Ex-OMV-Chef soll für Erne-Gruppe neue Märkte im Osten öffnen

Wolfgang Ruttenstorfer wird Chefaufseher bei Erne
Foto: KURIER/Jeff Mangione

Vorarlberger Betrieb schließt im Herbst die Produktion in Deutschland und schafft dafür 30 neue Jobs im Ländle.

19.05.2017, 06:41

Das Vorarlberger Traditionsunternehmen Erne Fittings, das verschweißbare Rohrverbindungsteile für die Öl-, Gas- und Automobilindustrie herstellt, wird nach schwierigen Zeiten neu aufgestellt. Im vergangenen Oktober hat der Wiener Investor und Unternehmer Stephan Zöchling den angeschlagenen Betrieb übernommen, um ihn zu restrukturieren. Dabei soll den finanzierenden Banken ein Sanierungsbeitrag in Millionenhöhe abgerungen worden sein.

Hanst Peter Haselsteiner Foto: KURIER/Gerhard Deutsch Hans Peter Haselsteiner Vor kurzem ist auch Bautycoon Hans Peter Haselsteiner (Strabag) bei der Erne Group groß eingestiegen. Er hält nun über die Haselsteiner Familien-Privatstiftung 54 Prozent der Gesellschaftsanteile, der Rest gehört Zöchling. Das Duo Haselsteiner und Zöchling hat schon Ende 2015 die Mehrheit am steirischen Auspuff-Hersteller Remus übernommen.

Nun folgt der nächste "Streich": Wolfgang Ruttenstorfer, der langjährige Vorstandsvorsitzende der OMV, wird neuer Aufsichtsratschef bei Erne mit Sitz in Schlins, Zöchling sekundiert ihm als Vize.

"Wolfgang Ruttenstorfer hat eine langjährige Erfahrung im Energiesektor und eine hohe Kompetenz in der Öl- und Gasindustrie" sagt Zöchling zum KURIER. "Ich habe ihn gefragt, ob ihn die Funktion interessieren würde und er hat nicht lange überlegt. Er wird sicher ein sehr aktiver Aufsichtsratschef sein und die operative Neuausrichtung eng begleiten."

Zugleich soll Ruttenstorfer mit seinem internationalen Netzwerk den Vorarlbergern auch die eine oder andere Tür im Ausland öffnen. Die Erne-Gruppe (700 Mitarbeiter) will nicht nur Mitte 2018 den Turnaround schaffen, sondern auch neue Märkte erschließen.

"Das Unternehmen ist in verschiedenen Märkten bis dato noch nicht präsent", sagt Zöchling. "Wir sprechen da von Russland, Kasachstan und den Ländern Zentral- und Osteuropas, von Ungarn bis Bulgarien." Zugleich soll der Hauptsitz in Schlins verstärkt werden. So soll nicht nur das Werk mit einem Zubau erweitert werden.

580 Arbeitsplätze

"Wir werden im Herbst die Produktion in Deutschland schließen und nach Vorarlberg verlegen", sagt der Wiener Investor. "Es werden damit 30 neue Arbeitsplätze am Stammsitz geschaffen, das heißt, es werden dann dort insgesamt 580 Mitarbeiter beschäftigt." Die Erne Group wurde im Jahr 1920 als Kupferschmiede gegründet und setzte zuletzt rund 120 Millionen Euro um; davon entfallen 90 Millionen Euro auf die Fittings Division und der Rest auf die Automotive-Sparte. Seit drei Jahren wird an der Restrukturierung getüftelt. Mittlerweile liegt die Eigenkapitalquote bei rund 50 Prozent. Seit wenigen Wochen verstärken Christoph Geiger und Andreas Rösslhuber die Geschäftsführung um Thomas Smetana.

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