Constantia Flexibles verkauft Etiketten-Sparte

Spezialverpackungen von Constantia Flexibles: Bieraroma-Kapseln.
Foto: Constantia Flexibles

Preis: 1,1 Milliarden Euro.Der Fokus liegt künftig noch stärker auf Verpackung.

17.07.2017, 18:05

Die österreichische Gruppe Constantia Flexibles konzentriert sich künftig auf den Verpackungsbereich. Die gut 600 Millionen Euro Umsatz schwere Etiketten-Sparte wird verkauft. Käufer ist der amerikanische Branchen-Primus Multi-Color Corp., der in Cincinnati, Ohio, beheimatet ist. Die Division erzeugt hauptsächlich Bier-Etiketten, der Bereich hat 23 Werke in 14 Ländern und beschäftigt rund 2800 Mitarbeiter. In Österreich gibt es kein Etikettenwerk.

1,15 Milliarden Euro

Der Deal ist insgesamt 1,15 Milliarden Euro wert, der Großteil des Kaufpreises abzüglich Schulden fließt in Cash. Ganz verabschieden sich die Verpacker vom lukrativen Etiketten-Geschäft aber nicht. Einen Teil des Deals bezahlen die Amerikaner mit eigenen Aktien, Constantia wird dadurch mit 16,6 Prozent größter Aktionär von Multi-Color. Der Abschluss des Deals wird für das 4. Quartal 2017 erwartet.

Der Etikettenmarkt ist ein Wachstumsmarkt, er legt etwa 4 Prozent jährlich zu. Mit dem Deal entsteht einer der weltgrößten Anbieter. Die neue Gruppe setzt mit dann etwa 8300 Mitarbeitern rund 1,4 Milliarden Euro um.

Constantia Flexibles gehörte ursprünglich zum Konzern der österreichischen Industriellen-Familie Turnauer. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 musste die Gruppe – zu der als eines der wichtigsten Unternehmen der Aluminiumfolien-Hersteller Teich gehört – rund um die Affäre der Constantia Privatbank verkauft werden.

Mehrheitseigentümer ist mit 61 Prozent der französische Finanzinvestor Wendel Group, einen Minderheitsanteil von 27 Prozent hält noch die zur Turnauer-Familie gehörende Arepo.

2016 übersprang Constantia Flexibles erstmals die Umsatzgrenze von 2 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 8,6 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Unterm Strich fuhr die Gruppe einen Gewinn von 57,4 Millionen Euro ein. Ausschlaggebend für das starke Wachstum waren vor allem Firmen-Zukäufe wie Pemara (Australien) und Oai Hung (Vietnam).

Der Löwenanteil des Verpackungsgeschäfts wird mit 1,2 Milliarden Euro im Lebensmittelbereich erwirtschaftet, Pharmaverpackungen bringen 312 Millionen. Die Gruppe beschäftigt knapp 10.200 Mitarbeiter.

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