"Ist mir alles zu anstrengend"

Harald Schmidt mag „die Vorstellung, sich jetzt in so ein Kloster zurückzuziehen und zu sagen: Adios“. Und er bedauert den „Medienpöbel“.
Foto: Harald Schmidt

TV-Entertainer Harald Schmidt über den Altweibersommer seiner Fernsehkarriere.

05.03.2013, 18:20

Seit einigen Monaten wirkt Late-Night-Talk-Großmeister Harald Schmidt beim Bezahlsender Sky. Im Rahmen eines Wien-Besuchs sprach er mit dem KURIER über Ratzinger, den Medienpöbel und seine Zukunftspläne.

KURIER: Sie sind einen Tag nach den Wahlen in NÖ und Kärnten in Wien - haben Sie das ein bisschen verfolgt?
Harald Schmidt: Ich hab's auf dem Flug hierher gelesen, mir sagen die Namen aber natürlich nichts und auch nicht die dazugehörigen Parteien. Aber ich bin begeistert, dass man in Österreich nach wie vor wählt.

Ist das in Deutschland anders?
Doch, doch, aber das ist ja sozusagen mit Wahlen in Bundesländern bei uns vergleichbar. Aber wie gesagt, in der österreichischen Innenpolitik bin ich überhaupt nicht bewandert.

Aber Sie mögen Österreich, oder?
Ich mag Österreich sehr.

Sie sind ja ein sehr guter Imitator des österreichischen Idioms.
In Deutschland. In Wien würde das natürlich...

Harald Schmidt… Foto: Katharina Schiffl Es klingt nicht schlecht, auch für österreichische Ohren.
Für Deutschland reicht es. Ich hab' aber so eine Fantasievorstellung von Österreich. Ich hab' vom aktuellen Österreich keine Ahnung. Aber für mich ist so eine Mischung aus Sissi, Lustige Witwe, Joseph Roth und Andre Heller.

Klingt schrecklich.
Aber man liegt da nicht so daneben, oder? Ich finde die Österreich immer dann toll, wenn sie diese 100-Jahre-zurück-Mentalität noch bedienen. Hippe Österreicher find ich eigentlich genau so lustig wie hippe Japaner. Ich hab mich jetzt am Flughafen weggeschrien vor Lachen. So ein Japaner, der einen auf Rockstar macht... Völker werden für gewisse Zwecke geboren. Österreich ist einfach Musik, Literatur, Theater. Und Japaner für Handys und Samurai.

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Mit Jürgen Tarrach haben Sie in Ihrer Sendung jüngst über die Salzburger Festspiele gesprochen, wo er den Mammon spielen wird...
Ja, wunderbar! Warum spielt man dort? Weil man im Salzkammergut fantastisch wohnt, weil man toll isst, weil man jeden Abend irgendwo in den Gasthäusern oder Kneipen im Anschluss an die Vorstellung unterwegs ist und ich fühl' mich sofort hier zuhause. Auch in Wien. Obwohl ich niemanden kenne.

Das geht fast nicht, oder?
Doch. Ich meine, ich war mal einen Nachmittag mit Andre Heller und Michael Haneke hier in Wien spazieren. Aber sonst...

Aber Sie sind gern hier.
Ja. Aber ich kann mich gut alleine beschäftigen, wissen Sie. Ich gehe irgendwo hin, und bilde mir dann ein, ich bin in einer ganz typischen Ecke von Wien.

INTERVIEW: HARALD SCHMIDT Foto: APA/HARALD SCHNEIDER Wo zum Beispiel?
Das weiß ich ja gar nicht. Ich geh so herum und denke mir: ah, das ist Thomas Bernhard oder Elias Canetti... mir genügt das ja. Ich würde nie im Reiseführer was besonders Angesagtes oder Hippes aussuchen. Weil, wie gesagt, das interessiert mich gar nicht.

Sie laufen allein in Wien herum und suchen das Klischee?
Nein, ich suche kein Klischee. Wo ich hingehe, fällt mir sofort ein Klischee ein.

Wenn man die Sendungen der letzten Wochen ansieht, fallen einem zwei Themen auf, die Ihnen offenbar besonderen Spaß gemacht haben: Pferdefleisch und Ratzinger, den Sie ja auch sehr gut nachahmen können...
(säuselt mit schwacher Stimme): Ja, natürlich. Das ist aber einfach, weil es eine Frage der Haltung ist, es ist gar nicht die Stimme, es ist das Leise, unangestrengte, auch vor 300.000 Brasilianern. Das Hineintreten ins Licht... (spricht wieder normal) und Pferdefleisch natürlich, ja.

Wie machen Sie das, wenn Sie sich so eine Parodie aneignen - üben Sie vor dem Spiegel?
Ne, das ist sozusagen... ich sehe Ratzinger sprechen und merke sofort, das Typische ist, er sitzt vor 250.000 Leuten bei einem Open-Air-Gottesdienst und hat überhaupt nicht die Denke eines Schauspielers, sondern bleibt Professor Ratzinger und verlässt sich total auf den Inhalt seines Textes. Ich finde die Sprache sehr süffig. Er hat so Worte wie "Hineintreten ins Licht"... das überhaupt nichts mit SMS und Twitter oder sowas zu tun. Das ist ein völlig eigener Kosmos.

INTERVIEW: HARALD SCHMIDT Foto: APA/HARALD SCHNEIDER Fühlen Sie sich ihm da ein bisschen verwandt?
Ja. Auch die Vorstellung, sich jetzt in so ein Kloster zurück zu ziehen und zu sagen: Adios, das finde ich eine tolle Vorstellung.

Böse Zungen würden sagen, Sie sind quasi im Fernsehkloster.
(Zwei Sekunden Schweigen.) Ja, was heißt böse Zungen. Ästhetisch kenntnisreiche Zungen. Das Castel Gandolfo der deutschen Fernsehunterhaltung. Was ist dagegen zu sagen?

Wenn man die Sendungen macht, hat man den Eindruck, dass es Ihnen Spaß macht und Sie ganz in Ihrem Element sind.
Ja, aber selbstverständlich! Ich bedaure ein bisschen den Medienpöbel, der sich in irgendwelchen Massenshows, ins so Baumärkten des Unterhaltung abarbeiten muss. Bei uns hat alles seinen Sinn und seinen Ablauf, der mit der Liturgie vergleichbar ist. Ochsenblutfarbene Schuhe würde ich mit nicht anmaßen, aber wir sind kurz davor.

Sie machen's schon viele Jahre mit dem selben Team...
Genau. Wir haben auch keine Zweifel was den Inhalt und Ablauf angeht.

Es läuft immer gleich ab.
Es läuft eigentlich... ich bin überzeugt, das Team würde die Wege, die sie tagsüber gehen, auch mit verbundenen Augen finden.

Und das langweilt Sie nicht?
Nein, das hat ja was von einer Weltreligion. Es hat was Ritualisiertes. Gerade wenn Sie rings um sich das Gestrampel beobachten, dann sagen Sie: Für uns ist es wurscht, weil um 17.30 fängt Helmut (Zerlett, Bandleader; Anm.) an, ich komme diese 7 Schritte raus... Die überlegen im Petersdom ja auch nicht, ob sie elektrische Jalousien einbauen sollten.

INTERVIEW: HARALD SCHMIDT Foto: APA/HARALD SCHNEIDER Wie weit sind Sie involviert in die Erstellung der Sendung?
Wir haben jeden Tag um elf eine Redaktionskonferenz. Da werden dann alle Ideen in einen Pool geschmissen - obwohl das schon relativ ritualisiert ist, weil wir schon wissen, wie es langgeht und was alles nicht funktioniert. Wenn dann mal ein neuer Mitarbeiter dazu stößt, was selten passiert, ist es schwierig für den. Es ist für uns einfach klar, welche Themen anliegen.

In die Themen Ihres Standups sind Sie auch involviert?
Nein, das sind Autoren, die das faxen. Aber es liegt ja auf der Hand: Sonja Zietlow, Razzia wegen Steuer. Das ist logisch, dass das ein Thema ist für uns. Und ansonsten ist es für mich auch eine Spannung, welches Themen an dem Abend gerade in dem Standup vorkommt - ich such mir die Witze eine halbe Stunde vorher raus, aber es ist eigentlich wurscht, weil es ist ja ein Handwerk. Ob ich jetzt einen Witz über Pferdefleisch mache oder über Sonja Zietlow... solange Sonja Zietlow nicht irgendwo im Essen gefunden wird, ist für uns ja alles machbar.

An der Gästeauswahl sind Sie auch nicht beteiligt, oder? Ich glaube nicht, dass Sie jeden so gut und lange kennen, der Ihnen da gegenüber sitzt...
Teilweise weiß ich gar nicht, wer das ist. Dann muss ich googeln oder ich krieg ein Briefing.

Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil?
Überwiegend bin ich positiv überrascht. Ich denke, da kommt jetzt jemand nur, weil er ein kurzes Röckchen anhat, das sind oft aber sehr spannende und lebendige Gäste. Und wir haben ja so einen Bedarf an Gästen, dass man sich gar nicht allzu groß die Frage stellen kann, ist dieser Film jetzt schon in Cannes gelaufen oder geht er direkt in die Videothek.

Gibt es Gäste, die Sie sich wünschen würden?
Ich fänd' mal Lagerfeld toll. Aber auf der anderen Seite fände ich ihn auch besser, wenn er in anderen Sendungen ist, weil ich finde, Lagerfeld braucht Zeit. Er braucht eine Stunde für sich alleine. Den finde ich schon einen sehr verlässlichen Lieferanten von guten Geschichten.

INTERVIEW: HARALD SCHMIDT Foto: APA/HARALD SCHNEIDER Chancen, dass der mal kommt?
Ich glaube nicht. Wir haben ihn schon verschiedentlich angefragt, ich weiß nicht, warum's nicht geklappt hat.

Sie machen den Eindruck, als würden Sie sich mit ihrer Show wohl fühlen.
Ja, sehr.

Wie wohl fühlt sich Sky?
Auch Sky fühlt sich wohl damit, aber es geht um eine Entscheidung die in der Zukunft liegt und da spielen Gefühle nicht immer die Hauptrolle. Das muss man sehr säuberlich trennen. Das ist das sichere Merkmal für Berufsanfänger, dass sie sagen: "Du, der Chef ist Fan von mir". Uh, da wär' ich vorsichtig. Sky ist ein Börsennotiertes Wirtschaftsunternehmen, und da wird sehr genau gerechnet und wir werden in drei Wochen wissen, wie das Rechenergebnis ausgegangen ist. Ich hab einen Vertrag bis 9. Mai, und ich muss ja vorher Studio und Mitarbeiterverträge verlängern... die Deadline ist Anfang April.

Haben Sie schon Signale in die eine oder andere Richtung?
Die Signale sind: alles supi. Aber wie gesagt, ich bin lange genug dabei, um zu wissen, dass immer, während man gerade im Freudentaumel abdreht, noch gesagt wird: Komma - aber. (Lacht laut.) Das Tolle bei Sky ist, dass es wirklich ein amerikanisch-australisch geprägtes Business ist. Es gibt keinen Schmu. Bei den lieben Sendern, bei denen ich bisher war, habe ich immer ganz viele Menschen gesehen, die mit Tränen in den Augen für mich gekämpft haben. Und da wusste ich, es ist Zeit, sich einen neuen Sender zu suchen. Es gibt bei Sky kein Geschwurbel. Die rechnen. Wenn wir das Geld im Etat finden, machen wir die Show, und wenn nicht, dann machen wir's nicht.

Sie haben in Interviews schon gesagt, dass Sie es sich nicht vorstellen können, ins Free TV zurückzukehren.
Ja.

Harald Schmidt… Foto: Katharina Schiffl Das wäre aber schade! Was machen Sie dann sonst, wenn...
Den anderen Kollegen habe ich gesagt, ich lese viel. Das ist gelogen. Das hab ich denen nur gesagt, weil sie so stolz waren. Gar nichts mach' ich. Man muss es kultivieren, nichts zu machen. Vielleicht werde ich versuchen, die Ratzinger-Bücher zu verstehen, oder einzelne Texte oder so. Lesen in dem Rahmen schon, aber nicht in dem Sinne, dass ich unglaubliche Werke der Weltliteratur nacharbeiten würde. Keine Ahnung.

Sie haben ja schon vieles ausgeschlossen: Sie wollen keine Bücher schreiben und Sie wollen nicht Schauspieler sein, weil Sie sich das nicht zutrauen...
Und weil ich keine Lust habe.

Aha, warum?
Es ist mir zu anstrengend.

Das auswendig lernen...?
Nein, das Verkleiden, Kostümanprobe, Maskenanprobe, sich einen Bart kleben lassen... der Textbedarf der Maskenbildnerinnen. Ist mir alles zu anstrengend.

In einem Interview mit der Welt haben Sie kürzlich gesagt, dass Ihnen ein Theaterintendant gesagt hätte...
Ja.

...dass andere ihren eigenen Ansprüchen auch nicht gerecht werden, es aber trotzdem machen. Sie sagen aber, Sie haben darauf keine Lust. Ungewöhnlich.
Man muss fairerweise sagen, man muss es sich auch finanziell leisten können. Wenn Sie darauf angewiesen sind, dass Sie monatlich ein Einkommen haben für Miete und so weiter, dann können Sie nicht sagen, ich genüge meinen Ansprüchen nicht. Aber ich finde, es gibt Einige, die sich's leisten könnten, und uns trotzdem weiter quälen mit ihren Darbietungen, anstatt zu lesen oder... ähm... was kann man noch machen? Was machen denn so Leute, anstatt der Gesellschaft was zurück zu geben (lacht.) Ne, ich bin dann Privatier.

Was ist die Haltung dahinter - Stolz, Respekt vor sich selbst oder Respekt vor anderen?
Es ist die Langeweile über sich selber. Wenn Sie bei einer Theaterprobe mit Könnern stehen, dann merken Sie ja, da haben Sie nichts verloren. Wissen Sie, ich könnte natürlich alle zwei Minuten den Higgins in irgendeinem Provinztheater spielen. Aber dazu verstehe ich ehrlich gesagt auch zu viel vom Theater. Nicht, dass ich's selber könnte, aber ich weiß es, wenn ich's sehe. Eine Zeitlang hab ich's ja auch gemacht, aber es ist quälend. Und irgendwie habe ich das Gen, dass ich mir sowas nicht antun will. Es fing dann so an, dass ich auf eine Probe ging, mir diese Probenklamotten anzog und dachte: Eigentlich ziehst du jetzt eine Hose an, die vor dir schon zwei Leute aus dem Opernchor getragen haben. Willst du das? Und wenn Sie soweit denken, können Sie's nicht mehr machen. Sie können es nur machen, solange Sie sagen, es ist eine ganz wichtige Produktion, die wir da machen, und Klamotten sind eben wichtig. Wenn Sie aber sagen, ich will eigentlich um 10 Uhr morgen bei diesem Wetter nicht in eine alte Hosen von einem Opernchorsänger, dann ist es mit dem Theater vorbei.

Steht auch die Haltung dahinter, dass Sie der Beste sein wollen in dem was Sie machen?
Ne. Aber das ist ja... ich gehe ins Kino und sehe Philip Seymour Hoffman. Und sage: Donnerwetter, es ist ja irre, was der kann, ich kann es nicht. Warum sollte ich es dann überhaupt versuchen, wenn es er doch schon kann.

Kann man im Umkehrschluss sagen, dass Sie diese Zweifel in Bezug auf Ihre Fernsehaktivitäten nicht haben?
Genau. Definitiv. Im Bereich Late-Night-Show.

Da sind Sie das Nonplusultra in Deutschland.
In Deutschland. Im deutschsprachigem Raum. Bis hin zum deutschsprechenden Teil der Kroaten.

Und international gibt's Vorbilder? Oder ist das...
David Letterman

...bei Harald Schmidt...
David Letterman.

...keine Kategorie mehr?
David Letterman. Ja, ja, ja. Immer noch.

Harald Schmidt… Foto: Katharina Schiffl Haben Sie das Gefühl, Sie können noch was lernen?
Ja. Mittlerweile glaube ich, dass ich ihn so gut kenne, nur via Bildschirm, dass ich weiß, wie er drauf ist, und wie er sozusagen Stimmungen in der Show benutzt. Wie er auch mit schwachen Phasen umgeht. Er hat jetzt 31-jähriges Jubiläum gefeiert und ich weiß nicht wieviele tausend Sendungen. Er geht nicht rein, und sagt, heute muss es wieder ganz toll sein, sondern er ist einfach jeden Tag da. Das ist es. Und er ist jeden Tag so gut, wie er ist. Und das kapieren natürlich viele nicht, weil bei uns eine Late-Night-Show nicht diese Tradition hat. Aber das ist schon so... also, eigentlich, er und ich... er weiß ja gar nicht, dass es mich gibt und ich ihn gucke...

Glauben Sie wirklich? Er wird Ihren Namen schon kennen.
Vielleicht mal gehört. Für ihn ist das irgendein Depp in... er hatte mal eine Top-Ten-Liste für das wiedervereinigte Deutschland und da war Platz 3: Nazi-chusettes, Platz 2 Siegfried & Roy und Platz 1 Switzerland's Bad-Ass-Neighbor. Die Wahrnehmung der Amerikaner von dem, was ... Sagen wir so: die Wahrnehmung von Letterman, von dem was außerhalb von New York passiert, ist relativ klar.

Haben Sie mal den Kontakt gesucht?
Als ich in New York war vor 18 Jahren oder so, hab ich mal im Büro angerufen wegen Karten. Wahrscheinlich haben die gedacht, es ist ein Ukrainer mit Mandelentzündung und nie wurde weniger zurückgerufen, als da.

Und das war's dann?
Das war's. Aber das ist völlig okay. Man darf sich keine Sekunde dem Irrtum hingeben, die würden einen als Kollegen oder so sehen. Ich weiß auch Letterman gegenüber, was ich kann. Ich hab von ihm gelernt, aber diese Denke: "Du, die kochen auch nur mit Wasser"... irgendwie ist es so, und irgendwie auch nicht so. Und den Unterschied sollte man immer wissen. Denn ich kenne erst einen Schauspieler, der es in Hollywood geschafft hat, der heißt Christoph Waltz, und der Rest dreht hier wieder deutschen "Tatort".

Wieso hat's Waltz geschafft und die anderen nicht?
Weil er natürlich sehr gut ist, und weil er das Glück hatte, auf Tarantino zu treffen. Der voll auf ihn abzufahren scheint und für ihn Rollen schreibt und das sind eben Konstellationen, die man finden muss.

Sie orientieren sich offenbar am US-Fernsehen. Ist das deutsche Fernsehen für Sie...
Das deutsche Fernsehen ist im Schnitt besser als das amerikanische. Aber was die Late-Night-Show angeht, gibt es nur David Letterman.

Konsumieren Sie Fernsehen?
Ich gucke eigentlich nur Fußball und ab und zu mal so... Nachrichten. Ja. Oder so Berichte "37 °" oder "Menschen hautnah", wo sich Menschen völlig willenlos dem Fernsehen ausliefern, im Glaube, da würden ihre Probleme ernstgenommen.

Aber Sie sind kein regelmäßiger...
Nein!

Beobachter, Kritiker...
Na, das ist doch viel zu öde.

...Moralist.
Um Gottes willen, Hilfe.

Moral ist überhaupt nicht so...
Dazu bin ich viel zu sehr Österreicher, um mich mit Moral zu belasten.

Ein Österreicher im Herzen?
Ein Österreicher der Herzen, ja. Also Moral und Österreich passt für mich nicht zusammen. Sonst wäre Österreich nicht so großartig.

Harald Schmidt: Ein Vierteljahrhundert im Fernsehen

Das Fernsehleben: Der deutsche Moderator Harald Schmidt (55) steht seit einem Vierteljahrhundert vor der Kamera. Der Einstieg war „Maz ab!“ (ab 1988), später gab es u.a. „Schmidteinander“ und die „Harald Schmidt Show“. Seit September ist Schmidt nun beim Bezahlsender Sky zu sehen – nur für Abo-Kunden. Dort soll, wie er selbst ankündigte, seine Karriere auch enden.

Das Vorbild: Inspiration für Schmidt ist der legendäre US-Moderator David Letterman, seit drei Jahrzehnten einer der ganz großen der Late-Night-Unterhaltung. Ein Treffen Schmidts mit seinem Vorbild kam aber bisher nicht zustande, erzählt der Deutsche: „Nie wurde weniger zurückgerufen als da. Die dachten wohl, ich bin ein Ukrainer mit Mandelentzündung.“

Der Rest: Schmidt ist neben seiner Fernseharbeit auch für seine Theater- (u. a. in Stuttgart und Bochum) und auch Filmauftritte bekannt, zuletzt etwa im ROMY-preisgekrönten Gert Voss-Porträt von André Heller,„Scheitern, scheitern, besser scheitern!“ Zu Österreich pflegt er enge Verbindung – „ich bin viel zu sehr Österreicher, um mich mit Moral zu belasten“.

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