US-Experten: "Kokosöl ist so ungesund wie Butter"

Kokosnussöl wird als gesundes Fett vermarktet.
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US-amerikanische Experten lassen mit einer Einschätzung zu Kokosöl aufhorchen. Demnach ist das oft als gesund angepriesene Pflanzenfett so ungesund wie Butter oder Schweineschmalz.

19.06.2017, 09:58

Kokosöl wird seit geraumer Zeit als gesunde Alternative zu anderen Fetten vermarktet. Die American Heart Association (AHA) warnt nun jedoch davor. In einer neuen Empfehlung wird betont, dass das Pflanzenfett gesättigte Fettsäuren enthält, die den Cholesterinspiegel negativ beeinflussen können. Der amerikanischen Non-Profit-Organisation, die sich mit der Prävention und Therapie von kardiovaskulären Erkrankungen beschäftigt, zufolge, gebe es keine hinreichenden wissenschaftlichen Belege für das gesunde Potenzial des aus der Kokosnuss gewonnenen Fetts.

Die Relevanz der ausgesprochenen Warnung liegt den Experten zufolge auf der Hand: In ihrem Bericht weisen sie darauf hin, dass 72 Prozent der US-Amerikaner Kokosöl als "gesundes Nahrungsmittel" einstufen. Unter Ernährungsexperten liegt dieser Prozentanteil nur bei 37 Prozent. Diese Diskrepanz führt man auf die überhöht positive Vermarktung des Pflanzenfetts durch Massenmedien zurück. So werde Kokosöl unter anderem als förderlich für die Verdauung, den Stoffwechsel und die Gewichtsabnahme verkauft.

Mehr gesättigtes Fett als Butter

Die kontroverse Debatte rund um das Trend-Nahrungsmittel wird vor allem durch den hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren befeuert. Der AHA zufolge besteht es zu 82 Prozent aus gesättigten Fetten und übertrifft damit Butter (63 Prozent), Rinderfett (50 Prozent) und Schweineschmalz (39 Prozent) bei weitem.

Während ungesättigte Fettsäuren als gesund gelten, werden gesättigte Fette, die meist in tierischen Lebensmitteln (z.B. Fleisch, Butter, Käse) vorkommen, mit einem schädigenden Effekt auf den menschlichen Organismus in Verbindung gebracht. Ein Zuviel an gesättigten Fettsäuren erhöht den LDL-Cholesterinwert ("böses Cholesterin") und den Gesamtcholesterinspiegel. Ein erhöhter Gesamtcholesterinwert beziehungsweise ein erhöhter LDL-Cholesterinwert im Blut gilt wiederum als einer der Risikofaktoren für Arterienverkalkung.

Obwohl Kokosöl laut dem neuen Forschungsbericht der AHA das schlechte Cholesterin im Blut erhöhe, könne man nicht unmittelbar davon ausgehen, dass der Genuss des Pflanzenfetts auch zu einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten führt. Immerhin sorgt das Pflanzenfett aufgrund seiner komplizierten molekularen Struktur auch für einen Anstieg des guten Cholesterins im Blut.

Verantwortungsvoll genießen

Und dennoch: "In den vergangenen Jahren hat sich die Beweislage für die Empfehlung, gesättigte Fettsäuren mit einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu ersetzen, verdichtet", wird in dem Bericht geschildert. Ein geringerer Konsum gesättigter Fettsäuren führe demnach erwiesenermaßen zu einem geringeren Risiko Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu entwickeln.

Unterm Strich müssen Liebhaber von Kokosöl das Pflanzenfett nicht gänzlich von ihrem Speiseplan streichen. Nimmt man das Fett jedoch in großen Mengen und beispielsweise zusätzlich zu einem besonders fleischlastigen Ernährungsplan zu sich, könne der Cholesterinwert langfristig tatsächlich negativ beeinflusst werden.

(kurier/pama)

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