Forscher wollen wissen, was nach dem Sex passiert

Manche sind nach dem Sex traurig.
Foto: /vestica/iStockphoto

Manche entschlummern nach dem Geschlechtsverkehr, andere weinen. Die Bandbreite der unmittelbaren Reaktionen ist groß - aber warum?

20.03.2017, 13:12

Endlich Orgasmus – und dann? Was unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr passiert, soll nun Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung werden. Eine neue Studie australischer Wissenschaftler will erheben, wie sich die Menschen kurz nach dem Sex fühlen.

Post Sex Blues & Kuschelbedürfnis

Young couple in bed together Foto: Getty Images/iStockphoto/teksomolika/iStockphoto Was bisher bekannt ist: Die meisten Menschen fühlen sich nach dem Sex entspannt, manche auch müde – aber das ist nicht alles. Wissenschaftlern ist eine Vielzahl anderer Reaktionen bekannt – von der Depression bis hin zur Traurigkeit. Interessanter Punkt: Die sogenannte postkoitale Müdigkeit, die vor allem Männern zugeschrieben wird, trifft auch Frauen. Das ergab eine US-Studie der University of Michigan, bei der zirka 500 Männer und Frauen zu ihren Erfahrungen und Wünschen nach dem Sex befragt wurden.  Tatsächlich kommt es unmittelbar nach dem Verkehr zu einer tiefen Entspannung. Laut Sexdoctor Elia Bragana (SexPedMedia) sei diese einerseits auf den Einfluss der Hormone zurückzuführen, zum anderen ist der Mensch nach einem befriedigenden Liebesspiel entspannter. Zudem werde beim Orgasmus das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, was den Wunsch nach Kuscheln auslösen könnte.

“Es gibt eine große Bandbreite an Reaktionen in der Zeit, die unmittelbar nach einer sexuellen Aktivität folgt”, sagt Robert Schweitzer, Psychologe an der Queensland University of Technology, Australien. Manche wollen jetzt lieber kuscheln, andere bevorzugen es, alleine zu sein und dann gibt es Menschen, die erleben den sogenannten “Post-Sex-Blues”, auch postkoitale Melancholie genannt.  Sie kann zwischen fünf Minuten und zwei Stunden andauern und hat nichts mit der Qualität des Sex zu tun. Auch Männer können davon betroffen sein. Die Forschung dazu ist jedoch relativ mager.

Nachspiel - wozu?

Can I give you a massage? Foto: Getty Images/PeopleImages/istockphoto Und welche Rolle spielt das “Nachspiel”? Dazu haben die Sexualitätsforscher  “Masters and Johnson” bereits in den 50-er- und 60er-Jahren Studien zum sexuellen Reaktionszyklus gemacht und sich an die 10.000 Geschlechtsakte im Labor angesehen. Nicht nur: Ihre Probanden wurden während des Sex verkabelt. So konnte man zum Beispiel Blutdruck, Schweißmenge oder Herzschlag der Beteiligten messen. Dabei zeigte sic unter anderem, dass Frauen eine signifikant längere Zeit als Männer benötigen, um wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen. Die Frau braucht also nicht nur länger, bis sie erregt wird, sondern auch mehr Zeit um vom Plateau sexueller Erregung wieder runterzukommen. Das Nachspiel scheint daher ein berechtigtes Bedürfnis zu sein.

Die australische Studie setzt sich daher das Ziel, die Nachphase des menschlichen Erregungszyklus zu erforschen, um die menschliche Sexualität besser zu verstehen. Vor allem auch den “Post-Sex-Blues”, um dessen Ursachen zu erkennen und möglicherweise eine Therapie dagegen zu finden.  Dafür suchen die Wissenschaftler nun Australier, die sich freiwillig für die Studie melden.

(Kurier/GK)

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