Teamchef Foda: "Es geht mir gut, ich bin entspannt"

Nach einer Woche Trainingslager wird es für Franco Fodas Team ernst.
Foto: APA/ROBERT JAEGER

Franco Foda gibt heute gegen Uruguay sein Debüt als österreichischer Teamchef.

14.11.2017, 10:00

Es geht vor dem heutigen Länderspiel gegen Uruguay in Wien (20.45 Uhr/live in ORF eins, KURIER.at-Liveticker) vor allem um die Zeit. Sie war viel zu wenig vorhanden in der einen Woche im spanischen Trainingslager, um Systeme und Taktiken perfekt einzustudieren. Umgekehrt reichte sie aber aus für ein erstes Kennenlernen zwischen dem neuen Teamchef Franco Foda und den Spielern.

Es sei auch an der Zeit gewesen, etwas Neues einzuläuten, meint zum Beispiel Kapitän Julian Baumgartlinger. Sie, die Zeit, ist wiederum in Überfluss vorhanden vor dem ersten Pflichtspiel unter Foda, das erst im September 2018 im Rahmen der neuen Nations League stattfinden wird.

Am Dienstagabend schlägt also die Stunde des Noch-Sturm-Trainers, der die Doppelbelastung gut verkraftet hat. "Es geht mir gut, ich bin entspannt." Das bewies er zu Beginn der gestrigen Pressekonferenz, als bei einem Journalisten das Mobiltelefon läutete. "Das kostet", sagte Foda mit einem Augenzwinkern. Der Coach nennt auch den Grund für sein gutes Gefühl vor seinem Debüt: "Ich habe gesehen, wie sich alle in der Woche präsentiert haben. Da war Qualität vorhanden. Ich bin überzeugt, dass wir gut spielen werden." Baumgartlinger saß daneben, nickte und sprach: "Wie es meist bei einem neuen Trainer ist – es war eine andere Intensität spürbar."

Fordernder Foda

Foda werde jetzt nicht alles über den Haufen werfen, "da ja mein Vorgänger Marcel Koller sehr gute Arbeit geleistet und eine intakte Mannschaft hinterlassen hat". Foda fordert Aktivität im Spiel, jene Präsenz, die den wenigen Zuschauern (10.000 Tickets waren gestern verkauft) den Siegeswillen vermitteln soll. Im Training Geprobtes möge also heute umgesetzt werden.

Uruguay Foto: kurier Dabei stößt man auf ein Hindernis, Gegner Uruguay. Den hat Foda den Spielern am Montagvormittag mittels Video näher gebracht. "Uruguay ist eine spielerisch starke Mannschaft mit außergewöhnlichen Spielern, aber mir ist wichtiger, wie wir auftreten." Kreativität sei gefragt, weil man in der Offensive trotz des Ausfalls von Michael Gregoritsch über viele Möglichkeiten verfüge.

Hymnisch

Jeder seiner Spieler habe sich nach den gezeigten Trainingsleistungen einen Einsatz von Beginn an verdient. Foda folgt einem klaren Plan und wird noch keine Experimente starten und mit einer Viererabwehrkette Uruguay begegnen. Die Aufstellung wird er erst zwei bis drei Stunden vor dem Match verraten, zudem möchte er die Option der insgesamt sechs möglichen Wechsel ziehen. Viel wichtiger ist dem 51-Jährigen, dass die einstudierten Laufwege und das Muster bei Ballbesitz seinen Vorstellungen so halbwegs entsprechen.

Die Premiere bringt es mit sich, dass Foda als Trainer erstmals vor einem Spiel der österreichischen Hymne lauscht. "Das ist diesmal etwas Anderes, etwas Außergewöhnliches."

Blick in die Zukunft

Etwas mehr Zeit bleibt Foda wiederum bis zu seinem nächsten Trainingslager im März, zwei Länderspiele inklusive. Bis dahin hat er seinen Vertrag unterzeichnet, dann ist er nicht mehr Sturm-Trainer, sondern nur Nationalcoach, hat schon einige Legionäre besucht und weitere Einzelgespräche geführt. Vor allem mit jenen, die diesmal nicht dabei waren in Andalusien. Dann wird er sich ein besseres Bild machen können, dann wird auch für Außenstehende ein Urteil leichter und fundierter sein. "Das kommende Trainingslager wird natürlich viel wichtiger, weil alle zur Verfügung und auch zwei Länderspiele auf dem Programm stehen." Heute aber hat Foda bei seiner Premiere einiges vor: "Ich will jedes Spiel gewinnen." Somit auch dieses.

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