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Das Boudoir von einst heißt heute "Glam Room"

Foto: Getty Images/mammuth/iStockphoto

Während der ROMY-Gala können sich die Stars in einer Beauty-Ecke aufhübschen lassen – eine Reminiszenz an die Salons früherer Herrscherinnen.

16.04.2017, 05:56

Nur wenige Details gelangten an die Öffentlichkeit, als Melania Trump im vergangenen Jänner First Lady wurde. Man wusste, dass sie mit ihrem Sohn vorerst in Manhattan bleiben und nur an den Wochenenden nach Washington kommen würde. Und man wusste, dass sie für diese Zeit in ihrem neuen Heim einen "Glam Room" einrichten ließ – das ging aus den Plänen hervor, die das Weiße Haus zu Beginn der neuen Amtsperiode publik machte. Das exquisite Schönheitszimmer sei "Haaren, Make-up und Garderobe gewidmet", verriet Trumps Visagistin der Daily Mail, und zeichne sich durch "perfekte Lichtverhältnisse" aus. Schließlich wolle man sichergehen, dass der präsidiale Lidstrich bei jedem öffentlichen Aufritt sitzt.

FILES-US-POLITICS-MEDIA-JUSTICE-MELANIA Foto: APA/AFP/MANDEL NGAN

Kaiserinnen

Ähnliches gilt für die Stars der ROMY-Verleihung am kommenden Samstag: Auch sie wollen nicht mit verschmierter Wimperntusche oder Lippenstift auf den Zähnen fotografiert werden. Damit es nicht so weit kommt, richtet die französische Kosmetikmarke Lancôme in der Hofburg einen eigenen "Make-up-Corner" ein, wo sich die geladenen Gäste während des Abends von vier professionellen Visagisten – die auch die ROMY-Hostessen schminken – auffrischen lassen können.

Mit seiner modernen Interpretation des Boudoirs greift das Kosmetikunternehmen (so wie Melania Trump) eine uralte Tradition auf. Denn ein Boudoir – von "bouder", dem französischen Wort für "schmollen, sich zurückziehen" – hatten schon Maria Theresia (1717–1780) und Sisi (1837–1898). Raum für Schönheit war seit der Barockzeit Ausdruck von Macht, die Rückzugsbereiche waren streng nach Geschlechtern getrennt. Selbst der Ehemann durfte nur mit Erlaubnis eintreten.

In den kleinen Salons der Damen zwischen Schlafzimmer und Wohnräumen befanden sich eine "Psyche" mit Spiegel, Bürsten und edle Parfümflakons, ein Schreibtisch, auf dem Briefe beantwortet wurden, sowie ein Récamier für Ruhepausen. Die ehrgeizige Sisi ergänzte ihr privates Schönheitszimmer bekanntlich um eine Sprossenwand und Ringe, an den Wänden hingen Porträts von Menschen, die die Kaiserin besonders mochte. Auch zum Studieren nützte sie ihr Gemach: Während ihr Friseurin Fanny Feifalik stundenlang die Haare machte, trainierte Sisi ihre Fremdsprachenkenntnisse. Das "Turn- und Toilettezimmer" in der Hofburg kann bis heute besichtigt werden.

Kim Kardashian

Den "Glam Room" von Melania Trump wird die Öffentlichkeit hingegen nicht so schnell zu Gesicht bekommen. Er dürfte in dieser Form ein Novum in der Geschichte der First Ladys im Weißen Haus sein und versteht sich als moderne Erweiterung des klassischen Ankleidezimmers – inklusive Föhnstation, Schminktisch, einem Sofa, offenen Kleiderschränken und genügend Platz, um die neuen Jimmy Choos einzulaufen.

 

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Als Vorbild dienten angeblich die Glamourzimmer der Kardashian-Frauen. US-amerikanische Klatschmagazine brachten ganze Berichte über die aufsehenerregenden Beauty-Räume von Kim und ihren Schwestern. Der Innenarchitekt reiste extra von Kalifornien nach New York, um spezielle Kronleuchter zu besorgen, die Schminkstühle sind genau auf die Größen der jeweiligen Person abgestimmt, die Spiegel bestehen aus feinstem Saphirstein, ein ausgeklügeltes Lichtsystem sorgt dafür, dass kein Schatten auf die berühmten Gesichter fällt. Für extra-lange Make-up-Sessions ist auf Höhe des Spiegels ein Fernseher angebracht. Ach ja, Schminkzeug gibt es auch – müßig zu erwähnen, dass jeder Lippenstift und jede Puderdose ein eigenes Fach haben.

Den amerikanischen Glamour-Ladys würde es am Samstag in der Hofburg wohl auch gefallen. Und Sisi sowieso.

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