Nach jüngstem Atomwaffentest: Experten melden radioaktives Gas

Am 29. August startete Nordkorea die Rakete Hwasong-12 an einem der Öffentlichkeit unbekannten Ort in der Nähe Pjöngjangs.
Foto: APA/AFP/KCNA VIA KNS/STR

Nachdem Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un erklärt hatte, dass es sich bei dem letzten Atomwaffentest um eine Wasserstoffbombe, eine besonders verheerende Nuklearwaffe, handelte, wurden im südlichen Nachbarland Spuren eines radioaktiven Gases entdeckt.

13.09.2017, 18:00

Bestätigung.Rund eineinhalb Wochen nach dem sechsten und bislang stärksten Atomwaffentest Nordkoreas seit 2006 wurde laut Experten südkoreanischen Experten das radioaktive Gas Xenon-133-Isotope in Südkorea nachgewiesen. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-Un hatte sich zuvor damit gerühmt, erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Ob es sich tatsächlich um eine solche gehandelt hat, konnte noch nicht bestätigt werden. Spuren des Gases wurden aber bereits bei früheren Atombombentests entdeckt und stammen laut Experten nicht aus natürlichen Quellen.

Doch nicht nur das radioaktive Gas deutet auf einen Atomwaffentest hin. Mehrere Staaten, darunter auch Japan, hatten gleich nach dem Test ungewöhnliche seismische Aktivitäten gemeldet, welche auf das unterirdische Zünden einer Atomwaffen hinweisen könnte. Erschütterungen waren noch Hunderte Kilometer entfernt auch in chinesischen Städten zu spüren. Japan schätzte die Sprengkraft der Bombe auf 160 Kilotonnen – mehr als zehnmal so viel, wie die US-Atombombe über Hiroshima.

Als Antwort auf den jüngsten Test verhängte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu Wochenbeginn neue Sanktionen gegen Nordkorea. Unter anderem die Deckelung von Öllieferungen und das Verbot von Textilexporten. US-Präsident Donald Trump erklärte, diese Sanktionen seien bloß ein kleiner Schritt und nichts im Vergleich zu dem, was noch geschehen müsse.

Nordkorea nennt die Sanktionen "Provokation" und weist sie zurück. Man werde nicht von seinem Atomprogramm abrücken und sich noch stärker gegen einen Angriff der USA wappnen. In den vergangenen Wochen war das Wortduell zwischen den Präsidentensitzen in Pjöngjang und Washington zunehmend eskaliert, mit Angriffsdrohungen von beiden Seiten.

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