12.

Februar

2018

Danke, Murmeltier

Von Georg Leyrer

Am schönsten ist ja der existentialistische Grant, den Bill Murray dem TV-Quiz entgegenbringt: Er weiß, natürlich, alle Antworten, und sitzt wunderbar aggressiv gelangweilt vor dem Schirm. Denn in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erlebt er als Phil Connors immer und immer wieder den selben Tag.

Ins echte Leben übersetzt, hätte er bereits  9.131 Mal das Quiz anschauen können: So viele Tage sind vergangen, seitdem der Film  heute vor 25 Jahren in die US-Kinos gekommen ist.  Der von Harold Ramis gedrehte Film ist längst ein Klassiker – zu Recht: Denn der Film ist nicht nur lustig, sondern auch gescheit, zwischen Komödie, Zeitdokument (die Anzüge!) und Philosphiegehalt. Bill Murray ist gefangen in einem Lehrversuch der deutschen Philosophie des 19. Jahrhunderts, zwischen Nietzsches ewiger Wiederkunft des Gleichen und Schopenhauers Erlösungsethik. Das hätte durchaus eine Dissertation hergegeben.

Danke, Murmeltier, für viele Tage gute Unterhaltung.

Erstellt am 12.02.2018 12:39 Uhr

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