Ideologiefreies Aufräumen nötig

Von Kindergarten bis Uni: Was der Bildungsminister in dieser Regierungsperiode anpacken muss.

25.01.2018, 06:00

Was ist eigentlich die größte Baustelle im Bildungswesen – vom Kindergarten bis zur Universität, neuerdings alles in einem einzigen Ministerium zusammengefasst? Die Entscheidung fällt schwer. Sicher ist aber, dass jede Institution (inklusive Elternhaus) die Probleme an die nächste weiterreicht. Am Ende müssen Unternehmen ihren Lehrlingen Grüßen und Grundrechnungsarten beibringen und Universitäten ihren Studienanfängern Rechtschreiben.

Dazu kommt, dass an Schnittstellen so gut wie keine Kommunikation über Kinder/Schüler/Studenten stattfindet. Die größte Herausforderung für den neuen, unaufgeregt-unideologischen Minister wird sein, dem Bildungswesen die verloren gegangene Verlässlichkeit zurückzugeben. Kindergärten müssen zumindest im letzten Jahr vor Schuleintritt pädagogische Aufgaben übernehmen können (ohne dass das gesamte Personal unnötig akademisiert wird). Es ist ja in Wahrheit nicht einmal geklärt, ob der Kindergarten nun Bildungs- oder Betreuungseinrichtung ist (wohl am besten beides). Schulen sollten möglichst flächendeckend ganztägig geführt werden und sich nicht mehr auf (elterliche) Nachhilfelehrer verlassen. Leistungsgruppen müssten wieder eingeführt werden – sie abzuschaffen, war falsch.

Universitäten brauchen noch mehr Freiheit, sich ihre Studenten auszusuchen, sollten sich aber – umgekehrt – auch ernsthaft(er) um sie kümmern. Es ist kein Fehler, wenn sie sich an den Besten der Welt, etwa der ETH Zürich, messen. Nicht zu vergessen: In manchen Bereichen (Leoben, Mozarteum) sind heimische Unis Gott sei Dank schon jetzt internationale Elite. Und, apropos, das Wort "Elite" sollte auch kein Schimpfwort mehr sein.

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