USA: Vergewaltiger bekommt Vaterrechte

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Foto: Getty Images/Chris Ryan/istockphoto

Der Fall eines Mannes, dem das Sorgerecht für ein Kind zugestanden wurde, nachdem er dessen Mutter im Alter von zwölf Jahren vergewaltigt hatte, sorgt in den USA für Empörung.

12.10.2017, 12:06

Vor neun Jahren vergewaltigte Christopher M. aus dem US-Bundesstaat Michigan ein zwölfjähriges Mädchen und zeugte dabei ein Kind. Nun hat er vor einem Gericht seine Rechte als Vater geltend gemacht. Wie die BBC berichtet, wurde dem heute 27-jährigen Täter ein gemeinsames Sorgerecht für den Buben zugestanden.

Demnach stehen dem Mann Besuchszeiten zu, der Richter verriet ihm die Adresse der Mutter, die derzeit in Florida lebt. Ihre Anwältin, Rebecca Kiessling, teilte mit, dass die Mutter auf Anweisung des Gerichts nun nach Michigan zurückziehen soll. Außerdem soll der Name des Vaters in der Geburtsurkunde des Kindes festgeschrieben werden, was die Mutter nicht möchte.

Registrierter Sexualstraftäter

Laut BBC-Bericht hielt Christopher M. die heute 21-jährige Frau im Jahr 2008 gemeinsam mit ihrer um ein Jahr älteren Schwester bei sich fest und vergewaltigte sie. Die Zwölfjährige wurde daraufhin schwanger und M. einen Monat später festgenommen. Er kam jedoch bereits nach rund sechs Monaten wieder frei, damit er sich um seine kranke Mutter kümmern konnte. Im Jahr 2010 vergewaltigte er erneut ein Mädchen und musste dafür zwei Jahre ins Gefängnis. Dem Bericht zufolge ist Christopher M. mittlerweile als Sexualstraftäter registriert und darf Minderjährige nur im Beisein eines "verantwortungsvollen Erwachsenen" treffen.

Die Anwältin der Mutter versucht nun gegen das Sorgerechtsurteil vorzugehen. Sie sagt, dass dieses gegen den Rape Survivor Child Custody Act verstoße, ein Gesetz aus der Amtszeit von Präsident Barack Obama. Dieses soll Missbrauchsopfer schützen und Richtern erlauben, Vergewaltigern ihre Rechte als Eltern zu verwehren. 

Christopher M. hatte das Verfahren nicht aus eigener Initiative angestrebt. Ins Rollen gebracht wurde es, weil die Mutter eine staatliche Unterstützung für ihr Kind angefordert hatte. In so einem Fall würden die Behörden laut der Anwältin des Mannes, Barbara Yockey, in der Regel ein Sorgerechtsverfahren anstreben. Sie wisse jedoch nicht, ob er die Rechte als Vater überhaupt wahrnehmen wolle. Laut einem Bericht des Radiosenders 1240WJIM ist die Entscheidung des Gerichts vorläufig ausgesetzt worden. Am 25. Oktober soll es eine Anhörung in dem Fall geben.

(kurier/elmo)

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