Was bedeuten meine Notizen?!

heinz wagner
Foto: heinz wagner
Verlag Jungbrunnen
Foto: Verlag Jungbrunnen
Heinz Wagner
Foto: Heinz Wagner

Bücher-Tipps vom Online-Kinder-KURIER

13.09.2017, 17:08

Update 13. September 2017, 17.08 Uhr: Neue Buchbesprechung
Update 8. September 2017, 13.29 Uhr: Neue Buchbesprechung
Update 20. August 2017, 17.32 Uhr: Neue Buchbesprechung
Update 17. August 2017, 15.45 Uhr: Neue Buchbesprechungen
Update 14. August 2017, 18.16 Uhr: Neue Buchbesprechungen

Update 29. Juli 2017, 16.19 Uhr: Neue Buchbesprechungen

Spannender Krimi mit rätselhaften Notizen der Hauptperson

Buchcover: Aquila von Ursula Poznanski Foto: Heinz Wagner Die deutsche Studentin Nika wacht völlig benommen in ihrem Bett in der Wohngemeinschaft in Siena auf, kennt sich nicht nur aufs erste nicht aus – sondern fast 420 Seiten lang. Bald nach dem Aufwachen kommt sie drauf, sie hat nicht ein Nacht durchgemacht und ist davon groggy (gewesen). Hinter liegt ein rund zwei Tage währendes Blackout. Und nicht nur das. Ein blutverschmiertes T-Shirt im Badezimmer, ein eigenartiger, Angst einflößender Spruch auf dem Badezimmer-Spiegel, ein Zettel in ihrer Hosentasche mit mehr als kryptischen Notizen – die aber von ihr selbst stammen. Ursula Poznanski führt in „Aquila“ nicht in eine Fantasy-Welt, sondern in einen sehr spannenden Krimi mit letztlich zwei Toten und einer schier unausweichlichen Schlinge, die sich um Nikas Hals legt. Und sie selbst kann immer nur Bruchstücke aus der Phase des Blackouts aus dem Dunkel zurückholen – zunächst nie ins Bewusstsein, sondern gefühlsmäßig, wenn sie zu einer Zeile eines Songtextes kotzen muss usw.

Ein Buch, das zum Verschlingen provoziert, weil praktisch nie die Leserin/der Leser mehr weiß als die nach Wahrheit suchende Hauptfigur. Schön eingestreut sind etliche plastische Beschreibungen von Orten, Vierteln, Gegenden dieser italienischen Stadt.

Viel mehr als das oben angegebene sei nicht verraten, die Spannung würde sonst zerstört werden; lediglich die Anmerkung – eineinhalb Seiten vor Ende – ohne die Andeutung eines fast romantischen Happy Ends - wär auch ein guter Schluss gewesen ;)

 

Ursula Poznanski

Aquila

420 Seiten

17,50 €

Samuel oder Samantha? - Tierische Liebes-Vielfalt

Cover von "Wer ist die Schnecke Sam?" Foto: Doppelgänger Verlag Nach einer Gewitternacht begann der erste Schultag. Bevor’s ans Rechnen oder andere Lernbereiche ging, lud die Lehrerin Okapi die neuen Kinder zu einem Spiel ein. „Wir teilen uns in zwei Teams auf. Die Jungen stellen sich zu meiner Linken auf und die Mädchen zu meiner Rechten. Husch, husch! Ihr werdet sehen, es wird lustig!“

Das war es für Sam nicht. Die Schnecke „stand noch immer in der Mitte der Klasse ... Ich weiß einfach nicht, ob ich ein Junge oder ein Mädchen bin“, meinte Sam, die sich nicht entscheiden konnte, ob sie Samuel oder Samantha sein wollte. Und das stimmt bei Schnecken in echt. Nebenbei bemerkt: Im Polnischen ist Schnecke männlich: Ten ślimak.

Wasserschwein Magda, die Schulpsychologin,  (im Buch verwirrend als -pädagogin bezeichnet), weiß Rat. Alle Kinder sollen eine Reportage über die Gewitternacht verfassen – und dazu  verschiedene Tiere befragen. Magda schickt Sam zu Frau Weißbüscheläffchen, zu Henryka Lippfisch, zu zwei schwarzen Schwänen und Bürgermeisterin Lucyna Eichhörnchen. Erstere hat zwei Ehemänner, Zweitere ist mittlerweile Henryk Lippfisch, die männlichen Schwäne sind verheiratet und die Bürgermeisterin ist im Stress – wegen der Gewitterschäden, aber auch weil sie mit Nela, einer Eichhörnchenfrau, ein gemeinsames Kind hat.

So erlebt die Schnecke, dass sie/er nicht allein mit ungewöhnlichen Geschlechteridentitäten ist. Über Sams spannende Reportage - andere hatten langweiligere GesprächspartnerInnen – erfuhren auch ihre MitschülerInnen von der Vielfalt. Und diese ist nicht herbei fantasiert.

Dieses polnische Bilderbuch mit großteils am Computer gestalteten Illustrationen verpackt die Vielfalt nicht nur unterschiedlicher Tierarten, sondern auch von Geschlechteridentität bzw. Liebesbeziehungen in ein spannendes Bilderbuch. Ausgangspunkt: Co-Autor Jakub Samałek ärgerten Stereotypen in vielen Büchern, seine Kollegin Maria Pawłowska ist Biologin und brachte Fachkenntnisse ein – die im Anhang des Buches noch ausführlicher dargelegt werden.

Übrigens: Während dieses Buch vor zwei Jahren in Polen erschienen ist,  bekam der österreichische Autor Martin Auer von einem Verlag für sein 30. Buch „Die Prinzessin mit dem Bart“ die Antwort: Die Zeit sei dafür noch nicht reif – drei Jahre nach Conchitas Eurovisions-Songcontest-Sieg ;(

Wer ist die Schnecke Sam?
Text: Maria Pawłowska, Jakub Samałek
Illustrationen: Katarzyna Bogucka
Übersetzung aus dem Polnischen: Ewelina Rockenbauer
60 Seiten, 14,40 €
Doppelgänger Verlag

16 Jahre nach "König & König", drei Jahre nach Conchitas Song-Contest-Sieg:
Ist die Zeit wirklich noch nicht reif für eine Prinzessin mit Bart?

martin-auer_prinzessin-bart.jpg Foto: Martin Auer „Die Prinzessin mit dem Bart“ – so heißt das möglicherweise 30. Kinderbuch des bekannten österreichischen Autors Martin Auer. Ob es erscheinen wird? Das ist mindestens so spannend wie die Geschichte selbst. Aber dazu später, zunächst einmal zur Story, die der Autor in einem YouTube-Video auszugsweise vorliest - und auf einer Homepage nachzulesen ist:

„Es lebte einmal in dem Land Burgund ein wunderschöner junger Prinz, der hieß Adelmut. Alle Mädchen im Land fanden ihn ursüß, und wenn er durch die Stadt ritt, fielen manche sogar vor Begeisterung in Ohnmacht, wenn sie ihn sahen. Er war so schön, dass die Sonne sich schämte, aufzugehen, wenn sie ihn am Morgen sah. Deshalb musste er immer bei zugezogenen Vorhängen im Bett bleiben, bis es taghell war, damit die Sonne sich nicht gleich wieder verkroch. Jedenfalls sagte man das. Aber das war wahrscheinlich übertrieben und in Wirklichkeit schlief er nur gern etwas länger.“
So beginnt die Geschichte, die schon fertig geschrieben ist, ein Teil der Illustrationen – etwa das Titelbild – ist auch schon gemacht, einige fehlen noch. Wie in vielen Prinzen-Geschichten soll er nach dem Willen, in dem Fall des Vaters, eine Prinzessin heiraten, reitet zu einem Turnier, um sich um deren Hand zu bewerben. Dazu heißt es in Auers Text:
„Hmm“, sagte der Prinz, „warum soll ich denn diese Zoralinda heiraten, ich kenn sie doch gar nicht. Ist sie denn nett?“
„Ob sie nett ist, ist doch nicht wichtig“, sagte der König. „Brabant ist ein schönes, reiches Land, und wenn sie dich heiratet, wird es dir gehören.“
„Ach so, darum geht‘s“, sagte der Prinz.“

Und als er zurückkommt, sagte Prinz Adelmut. „Ich will Prinz Goldherz heiraten!“
„Aber das geht doch nicht!“ schrien der König und die Königin entsetzt. „Du kannst doch keinen Prinzen heiraten!“
„Warum denn nicht?“, sagte Prinz Adelmut. „Er ist stark und tapfer, ein guter Reiter und ein toller Schwertkämpfer, er schießt fantastisch mit Pfeil und Bogen und er kann hervorragend tanzen und singen, er ist klug und kann die schwierigsten Rätsel lösen und er ist ein weiser und gerechter Richter. Und: Ich habe mich in ihn verliebt und er hat sich in mich verliebt, und das ist überhaupt die Hauptsache!“

Kein Verlag will's drucken

Für so ein Buch sei „die Zeit noch nicht reif“, meinten Verlags-Vertreter_innen zu Martin Auer, von dessen bisherigen 29 Kinderbüchern elf - also mehr als ein Drittel - mit Preisen ausgezeichnet worden sind. Ob das oben genannte Buch nun wirklich erscheinen kann, hängt davon ab, wie viele Menschen wie viele Bücher vorbestellen oder das Entstehen sonst finanziell unterstützen. Nachdem sich kein Verlag gefunden hat, will es Auer selbst herstellen lassen.

Übrigens: „Noch nicht reif?“ 2001 erschien das Bilderbuch „König & König“ von Linda de Haan und Stern Nijland (Übersetzung: Edmund Jacoby). In Bühnenfassungen war’s 2008 im Dschungel Wien, dem Theaterhaus für junges Publikum im Wiener MuseumsQuartier und 2012 im Linzer Landestheater zu sehen. Und so „nebenbei“ wurde Conchita Wurst, die Sängerin mit Bart, vor mehr als drei Jahren weltweit umjubelt, als sie den Eurovision Song Contest mit „Rise Like a Phoenix“ gewonnen hat.

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext lädt der Autor und in diesem Fall auch Illustrator zur finanziellen Unterstützung ein. Die reicht von 5 € als Vorbestellung für eine eBook-Version, über 12 € für ein gedrucktes Exemplar, 20 €, wenn es auch  signiert sein wird bis zu 200 € für 25 Exemplare und 800€ für die Buchung zweier Lesungen daraus.

„Die Geschichte ist fertig, an den Collagen, die das Buch illustrieren, und am Layout wird noch gearbeitet“, schreibt Martin Auer. „Das gesammelte Geld finanziert die Kosten für Druck, Herstellung und Versand. Wird das Ziel überschritten, dann gibt es auch ein Honorar für den Autor. Wenn das Ziel nicht erreicht wird und das Projekt nicht realisiert werden kann, bekommen alle, die investiert haben, ihr Geld natürlich zurück“, verspricht der Schöpfer der „Prinzessin mit dem Bart“.
https://www.startnext.com/prinzessin-mit-dem-bart

Ritter von der verwordakelten Gestalt

Buchcover "Selfie-Mania! - unglaubliche Geschichten von Tscho!" Foto: Beate Fahrnländer/G&G Verlag Jenes Kapitel, das den neuesten Abenteuer von „Tscho“ Netzwerker und seinen Freunden den Titel des ganzen Buches gab, ist nur zehn Seiten. Natürlich kommt’s auch dabei zu Missgeschicken, als Hoppalas, die zu Lachern der Beteiligen führen - aus Schadenfreude aber auch Selbstironie der handelnden Figuren. Und zu Lachern der Leserinnen und Leser – weil die Vorstellung, dass sich einer der Jungs oben auf der Treppe auf einen Hupfball setzt und einen Selfie-Stick als Art Schwer in der Hand hält eher zwangsläufig zu einem mehr als komischen Bild führt. Autor Christoph Mauz bringt in seiner Art die Dinge fast in gesprochener Schriftsprache mit deutlich Wienerischen Einschlägen festzuhalten, das beschriebene Bild dann noch witzig auf den Punkt: „Er hat ausgesehen wie der Ritter von der verwordakelten Gestalt.“

Die „Abenteuer“ von Tscho und seinen Kumpels – und manchen Kumpelinnen – reichen vom Skikurs über neue Schülerinnen und Schüler für die Klasse. So manche wichtige Themen sind in die Kapitel „verpackt“ – von Mobbing über Klischees und deren Entzauberung oder die ersten Dates, wo Buben und Mädchen einander nicht mehr gar so blöd finden, bis hin dazu, dass einige abgezockt werden, weil sie den neuesten, noch dazu verbotenen Horror-Grusel-Zombie-Film auf DVD erstehen wollen, und dann ... – aber das Ende dieser Episode sei nun lieber nicht verraten.

Wie alle Mauz-Bücher liest sich auch dieses locker, verschafft die den einen oder anderen Lacher oder entlockt dir wenigstens Schmunzeln und lässt dich vielleicht wundern, wie nicht mehr ganz junge Leute in Wien und Umgebung sprechen oder früher einmal gesprochen haben.

Übrigens: Der Autor seit Kurzem „live aus dem Wohnzimmer“ – einmal wöchentlich ein Kapitel aus einem seiner Bücher: YouTube -> Christoph Mauz, Live aus dem Wohnzimmer

Christoph Mauz
Selfie-Mania! Unglaubliche Geschichten von Tscho!
IllustratorInnen: Beate Fahrnländer
120 Seiten
G&G-Verlag
12,95 €

 

Außenseiter-Duo: Spinner und Läuferin

Buchcover "Der unglaubliche Lauf der Fatima Brahimi" Foto: Heinz Wagner Zwei Außenseiter ihrer Klasse finden – zunächst unfreiwillig – zueinander. Da ist Jakob, genannt der „Spinner“, weil er sich – scheinbar – Unnötiges merkt wie fast sämtliche Weltrekorde und Olympia-Siegeszeiten in Laufbewerben. Fatima kommt neu in die Klasse, stammt aus Algerien und sitzt unversehens neben Jakob. Der Lehrer fragt, wer sie gern als Nachbarin hätte. Jakob hat aber nur aufgezeigt, um zu fragen, ob er aufs Klo gehen dürfe.

Dieses Missverständnis hat sich der Autor ausgedacht, um die Schicksale der beiden zu verknüpfen. Dem Jakob wird die Verwandtschaft zu einem armenischen Weitsprung-Weltrekordler aus den 60er Jahren angedichtet (Igor Ter-Owanesjan), der auch noch in der 4x100-Meter-Staffel der damaligen Sowjetunion (zu der Armenien gehörte) gelaufen ist. Und Fatima läuft natürlich – soll der Titel des locker-flockig geschriebenen Romans (ab 10 Jahren) doch nicht Lügen gestraft werden ;)

In ihrem langen Kleid und mit Kopftuch saust sie von der Schule so schnell nach Hause, dass Jakob, Experte für Laufzeiten, verwundert ist. Er, so sein Traum, möchte ihr Trainer werden, denn sie habe das Zeug zur Olympiasiegerin und Weltmeisterin. ABER – da ist die zunächst sehr ungesprächige und distanzierte Fatima einerseits und eine Partei um einen arroganten Jungen, der gegen das Kopftuchmädchen hetzt. UND als es Jakob endlich gelingt, die Mauer zu Fatima zu durchbrechen und sie sogar zwei gestoppte Runden auf einem alten Sportplatz grandios läuft, stellt sich ihr Opa dagegen, dass sie beim Schullauf mitmacht. Nach dem Tod ihres Vaters ist er das männliche Oberhaupt der Familie und lässt zwar freundlich mit sich reden, aber bleibt bei seinem Nein.

In Jakobs Kopf wird eine Zyste festgestellt, er muss operiert werden und meint, das würde schon gutgehen, wenn Fatima am Lauf teilnehme, weil sie gewinnen werde.

Abenteuerlich wird’s gegen Ende – mit zwei Happy-Ends, wenngleich Fatimas Großvater so wütend wird, dass er sie nicht einmal mehr an der Siegerehrung teilnehmen lässt.

Jürgen Banscherus
Der unglaubliche Lauf der Fatima Brahimi
Illustrationen (Cover und innen): Michael Bayer
Ca. 150 Seiten
Arena Verlag
Taschenbuch: 8,30 €
eBook: 7,99 €
Hörbuch: 11,99 €

 

Den Spaß nicht verderben lassen

Buchcover, "Ich darf das!" Foto: Heinz Wagner „Das ist eben so, weil es eben so ist“, fauchte die Katze. „Und das war schon immer so“, maulte der Marder. „Und das wird auch immer so bleiben“, grummelte der Waschbär. „Und es ist richtig, weil der Herr immer Recht hat“, schniefte das Eichhörnchen. „Und verboten ist eben verboten“, nuschelte der Otter. „Und auch wenn jeder etwas anderes nicht darf, ist das trotzdem richtig so, weil wir alle brav sein sollen. Denn unser Herr ist ein lieber Herr. Auch wenn er böse auf uns ist.“

Und alle versuchten dabei zu lächeln, aber sie hatten ganz traurige Augen. Denn eigentlich hätten sie viel lieber genau das alles gemacht, was sie nicht machen durften.

„Jetzt langt’s mir aber“, japste der kleine Fuchs und wurde noch röter im Gesicht, als er sowieso schon war. „Dieser Herr ist ja ein richtiger Spielverderber! Hat er euch eigentlich auch was erlaubt oder nur Sachen verboten?“...

In diesem Bilderbuch von Helge Nyncke „Ich darf das!“ wohnen der kleine Fuchs und der kleine Dachs zusammen. Sie haben viel Freude am Leben und bereiten ein gemeinsames Geburtstagsfest vor. Dazu laden sie alle möglichen Tiere ein. Doch dann dürfen die einen bestimmte Würstchen nicht essen, die anderen gar nichts, weil sie fasten müssen und so weiter. Ihre jeweiligen Herren - Götter verschiedener Religionen – verbieten ihnen – über deren Vertreter (meist nur männliche) auf Erden die genannten und noch andere Dinge.

Es ist dies eines der religionskritischen Kinderbücher aus dem Alibri-Verlag, das in kurzen, klaren Geschichten sogenannte „göttliche“ Regeln in Frage stellt.

Nach den vielen aufgezählten spaßbremsigen Verboten schlägt der kleine Fuchs vor, sie sollten doch alle miteinander den jeweiligen Herrn selber fragen. Alle stellen sich im Garten auf und rufen die entsprechenden Fragen gegen Himmel – keine Antworten. Und auf die Unsicherheit, was denn nun verboten sein könnte, meint der Bär einfach: „Was ich nicht will, das man mir tu‘, füg ich auch keinem anderen zu. ... Und sonst macht man es eben immer so, wie es für alle am besten ist...“

Und dann geht’s so richtig los mit dem gemeinsamen Feiern und Spielen. „Danach warn alle pitschenass, sehr glücklich und sehr, sehr zufrieden. Und freuten sich noch lange über dieses wunderschöne Geburtstagsfest. Und ließen sich nie wieder den Spaß am Leben verderben.“

Helge Nyncke
Ich darf das!
Ein Mutmach-Buch für alle, die sich keinen Spaß verderben lassen
40 Seiten, gebunden, durchgehend vierfarbig illustriert
Verlag Alibri
13,40 €

Susi Neunmalklug erklärt die Evolution

Buchcover "Susi Neunmalklug erklärt die Evolution" Foto: Verlag Alibri Also, legte Lehrer Hempelmann los, am folgenden Tag wäre ein Test über die Entstehung der Welt und so wiederholte er die Schöpfungsgeschichte: „Die Bibel sagt uns, dass Gott, der Herr, den Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf...“ und so zählte er die Tageswerke des Herrn auf.

„Als Herr Hempelmann geendet hatte, musste Susi laut loslachen. „Aber Herr Hempelmann!“, sagte sie kichernd. „Das haben Sie ja völlig falsch verstanden! ...“ Und nun legte Susi Neunmalklug – „ihr Name ist keine Übertreibung! Denn Susi ist nicht nur neunmal, sie ist zehnmal, ja vielleicht hundertmal klüger als alle anderen!“ – los mit bekannten, wissenschaftlich begründeten Schilderungen, wie’s wirklich war vom Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren bis zur Entstehung unserer Erde vor rund viereinhalb Milliarden Jahren, der Entstehung der ersten Meere, den ersten Einzellern über die Dinosaurier, die Entwicklung von Säugetieren bis hin zu unseren Vorfahren und schließlich den Menschen...“

Das machte den Lehrer, der davon natürlich sicher auch schon gehört, gelernt, ja wahrscheinlich sogar studiert hatte, ziemlich verlegen – und dann diskutierten sie noch, ob es überhaupt einen Gott gäbe oder..

Die Evolutionstheorie ist in den vergangenen Wochen wieder einmal stark ins Gerede gekommen. Der türkische Staats-Chef Recep Tayyip Erdoğan möchte sie aus den Schulbüchern verbannen lassen. Auch manch fundamentalistische evangelikale Christen stört die naturwissenschaftliche Erklärung, wie Natur, Tiere und Menschen entstanden sind. Sie wollen lieber, dass die Menschen das glauben, was hier in diesem Bilderbuch Lehrer Hempelmann erzählt: Die Schöpfungslehre – für bare Münze nehmen. Seit Langem meinen selbst führende Kirchenleute verschiedener Religionen, dass sich ihre jeweiligen Schöpfungsgeschichten durchaus mit der Evolutionslehre vertragen würden. Ihre eigenen Erzählungen begreifen sie als solche – und verwenden sie, um (noch!) unerforschte Entwicklungen in der Evolution zu erklären.

Michael Schmidt-Salomon, Helge Nyncke
Susi Neunmalklug erklärt die Evolution – ein Buch für kleine und große Besserwisser
40 Seiten, gebunden, durchgehend vierfarbig illustriert
Verlag Alibri
13,40 €

So kann unser Planet überleben

Buchcover, Unsere Welt - unsere Zukunft Foto: Forum Umweltbildung und Umweltdachverband 17 Weltziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 – klingt genau so kompliziert wie es ist. In diesem knapp 100-seitigen, bunt bebilderten und übersichtlichen Buch gelingt es Franz-Joseph Huainigg und Linda Exenberger jedes einzelne der Ziele zunächst in die Geschichte eines Kindes irgendwo auf der Welt zu verpacken: von Angela in den USA über Miguel (Kolumbien), Julka (Grönland), Jakob (Österreich, Flora (Burkina Faso, Afrika), Ayana (Äthiopien) bis Rafi (Afghanistan), Rubina (Sri Lanka) oder Kim (China). In jede dieser Geschichten ist eines dieser grundlegenden Ziele – vom Stopp der Klimaerwärmung bis zur Bildung, von genügend Nahrungsmittel bis zur Gerechtigkeit zwischen Buben und Mädchen – „verpackt“. An die konkrete Geschichte schließt ein Beitrag an, in dem gut verständlich die Maßnahmen beschrieben sind, auf die sich die 193 Staaten der UNO (Vereinte Nationen) im Herbst 2015 geeinigt haben (Sustainable Development Goals). Da diese 17 Weltziele aber auch appellieren und vorschlagen, dass jede und jeder Einzelne auch beitragen kann, umfasst jedes der 17 Kapitel auch Ideen dafür – von der meeres- oder Schulpartnerschaft bis zur Mülltrennung, vom Rad-fahren (statt sich von Eltern mit dem Auto kurze Strecken kutschieren zu lassen) bis hin, kaputte Dinge reparieren zu lassen, statt gleich wegzuschmeißen.

Die 17 Ziele sind für das Überleben der Menschheit, der Tier- und Pflanzenwelt extrem wichtig. Um sie auch nur annähernd zu erreichen, oder ihrer Verwirklichung nahe zu kommen, braucht es möglichst viele Menschen, die sich dafür einsetzen, dass das Klima sich nicht erwärmt, die Pole nicht abschmelzen und damit der Meeresspiegel nicht steigt. Genauso wichtig ist es dafür aber auch, dass Milliarden Menschen ihre Nahrungsmittel selbst fangen (Fische) oder anpflanzen können, in den Genuss von (Aus-)Bildung kommen und mitreden dürfen oder Einfluss darauf haben, was ihre Regierungen entscheiden.

Franz-Joseph Huainigg, Linda Exenberger
Unsere Welt. Unsere Zukunft - Ein Lesebuch über die neuen Weltziele
92 Seiten, 6 € (ab einer Bestellung von 10 Stück reduziert sich der Stückpreis auf 4 €)
Forum Umweltbildung im Umweltdachverband
www.umweltbildung.at

Spinner zum Selberbauen

Buch, Fidget Spinner Foto: moses Verlag Seit Monaten drehen sie sich – meist in Kinderhänden, die meist drei-endigen Handkreisel, besser bekannt als Fidget Spinner. Neuerdings gibt’s ein bunt bebildertes Buch dazu. Verweisen wird anfangs auf die auch immer wieder durch die Medien geisternde „alte“ Erfindung, die erst jetzt zum Hype wurde. Eine Auflistung unterschiedlichster Modelle, diverser Tricks, aber auch Hinweise auf praktisch Wissenswertes wie unterschiedliche Qualitäten von Kugellagern und deren Pflege sind ebenso Bestandteil des rund 60-seitigen Buches wie jede meine Links auf YouTube-Videos mit Tricks, aber auch wie du selber deinen eigenen Spinner – manche etwa aus einer alten Fahrradkette, andere aus P und sogar ohne Kugellager bauen bzw. basteln kannst.

Übrigens, das 1993 von Catherine Hetting aus Orlando (US-Bundesstaat Florida) entwickelte Spielzeug hat ziemlich wenig mit einem Fidget (zappelnden) Spinner zu tun, es schaut eher wie ein kleiner Sombrero aus. Vor den heutigen fast allgegenwärtigen Kreiseln entwickelte vor rund drei Jahren ein IT-Fachmann und Bastler namens Scott McCoskery einen zweiarmigen Spinner mit Kugellager, um sein ungeduldiges Zappeln in Sitzungen in den Griff zu kriegen. Im Vorjahr rief er eine Crowdfunding-Aktion ins Leben, es kam genug Geld zusammen um die sogenannten auch heute noch neben den dreiarmigen bekannten zwei-armigen Torqbar herstellen lassen zu können.

Lorri Lynn und Peter Murray

Mega-Trend Fidget-Spinner
Das ultimative Buch mit allen Infos und 30-Profi-Tricks
64 Seiten, 21 x 29,7 cm
Hardcover
durchgehend vierfärbig illustriert
moses Verlag, Kempen
10,30 €

Packende Einblicke in Parallel-Universen

Cover: Drei Tage Wut Foto: Carolin Liepins/dtv Paralleluniversen, Jugendkrawalle, Ungleichheiten und vor allem Ungleichbehandlungen, nicht zuletzt solche, die eindeutig rassistische Züge tragen, hat die Autorin zu einem sehr spannenden Roman verarbeitet. Die Schriftstellerin, Journalistin und Lehrerin bedankt sich am Ende des Buches bei Schulklassen, die ihr die Anregung zu diesem Roman gegeben haben.

Als Hauptfigur ihres Romans wählte Catherine Bruton ein Mädchen aus gutem Haus und nannte sie Maggie. Fast immer blickt sie durch die Linse einer Kamera auf die Realität oder lässt die schmale, kleine digitale Kamera um den Hals baumelnd mitlaufen. Genau dadurch aber wird sie in die Geschehnisse mit reingezogen. Sie filmt eine handgreifliche Auseinandersetzung von Burschen im Park eines Londoner Viertels. Ein neuer Junge (Tokes) im Viertel rettet einen kleinen, aufgeweckten Jungen (Little Pea) vor der Aggression des lokalen Bandenführers (Shiv). Little Pea, der alles sieht und hört, sucht das Vertrauen von Maggie und Token, die sich anfreunden. Doch er wechselt immer wieder die Seiten.

Gleichzeitig beginnen Proteste gegen die Misshandlung eines dunkelhäutigen Jugendlichen durch die Polizei. Einige nutzen die Proteste zu Krawallen und Plünderungen. Die dokumentierende Filmerin Maggie wird in den Strudel mit reingerissen. Tokes, der sich „dank“ seiner dünkleren Haut immer wieder polizeilichen Schikanen ausgesetzt sieht, steht plötzlich im Verdacht einen Elektro-Händler, den er vor Shivs Messerangriff verteidigt, selbst attackiert zu haben. Maggies Film beweist das Gegenteil. Doch kann sie das Dokument der Polizei übergeben? Was werden Shiv und seine Gang dann mit ihr tun?

Die Autorin erzählt auf den fast 300 Seiten nicht nur eine packende, gut zu lesende Geschichte, sie vermittelt Einblicke in verschiedene soziale Welten und den Versuch der Begegnung Angehöriger zweier räumlich nicht weit voneinander entfernter Stadtviertel, die aber so nebeneinander leben, als wären sie von verschiedenen Galaxien.

Catherine Bruton, Drei Tage Wut
Übersetzung aus dem Englischen: Bettina Münch
dtv; ab 14 J.
ca. 270 Seiten; 15,40 €; eBook: 12,99 €

Mama, was sind Flüchtlinge?

Cover des Buches "Karim auf der Flucht" Foto: Evi Gasser/edition riedenburg Ein Haufen G’wand auf dem Bett der Eltern lassen Alexander fragen, wofür das alles sei. Das wolle sie, so die Mutter, für Flüchtlinge spenden.
„Was sind Flüchtlinge!“, fragt Alexander. „Das sind Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen...“

Und während die Mutter das eine oder andere „nur“ erklären kann, trifft ihr Sohn wie es die Autorinnen so wollen, am nächsten Tag auf einen neuen Mitschüler: Karim, Flüchtling aus Syrien. Mit diesem „Trick“ können die Autorinnen Alexander nun Informationen aus erster Hand liefern. Die fließen in die ersten Hälfte der bunten Bilderbuchgeschichte ein.

Sonja Katrina Brauner hat viele solcher Infos aus erster Hand, ist die Psychotherapeutin doch seit rund einem Jahrzehnt auch Spezialistin für Traumatherapie für Kinder und Jugendliche im Verein Hemayat, der sich um Folteropfer und Kriegsüberlebende kümmert.

Der zweite Teil des Buches gehört dir für deine eigenen Gedanken. Schwarz-weiß-zeichnungen beinhalten viel Freiraum, um beispielsweise zu notieren, was du mit Alexander und Karim gemeinsam hast, welche Menschen du zu deiner Familie zählst, vor allem aber auch, ob du spiele aus anderen Ländern kennst, vielleicht selber wen kennst, wer von woanders in deinen Heimatort gekommen ist, welche drei Dinge du mitnehmen würdest, wenn du von heute auf morgen weg müsstest, was du gerne machst, wovor du dich schon einmal gefürchtet hast...

Text: Sigrun Eder, Sonja Katrina Brauner
Illustrationen: Evi Gasser
Karim auf der Flucht – Das Bilder-Erzählbuch für heimische Kinder und ihre neuen Freunde von weit her
Band 15 der Reihe „Sowas! Macht Kinder zu Experten für sich selbst“
Ca. 70 Seiten; 15,40 €
edition riedenburg

 

Wenn die AllerBeste Freundin Fürs Leben fast verloren ist...

Buchcover: Djihad, Mon Ami Foto: Knesebeck „Ich weiß, dass ich leiden werde, und vielleicht verliere ich darüber mein Lächeln, vielleicht sogar mich selbst. Aber ich muss es sehen, das ist eine Pflicht. Ich bin ein verlorenes Kind, ich fühle mich von eurer Welt ausgeschlossen. Lasst mich von meiner eigenen träumen...“
Aus einem Gedicht von Meïli (15), die versuchte nach Syrien auszureisen.

Dieses Gedicht stellte Dounia Bouzarnoch vor den Prolog ihres Romans „Djihad, Mon Ami“. In diesem beschreibt sie eine dicke Mädchenfreundschaft zwischen Camille und Sarah. Zwei lebenslustige Mädchen, für fast jeden Spaß zu haben, aber keineswegs oberflächlich. Beide auch auf der Suche nach Sinn in ihrem Leben – wie es wahrscheinlich für die meisten Jugendlichen gilt, auch wenn das Image „der heutigen Jugend“ – wie seit Jahrtausenden - Gegenteiliges  suggeriert.

Camille ist stärker angewidert vom Konsumismus, von der auch häufigen Verlogenheit vieler Menschen, die von Werten reden, aber die Tausende Ermordete kalt lassen, wenn sie „nur“ in Syrien, dem Irak usw. zu beklagen sind. An dieser ihrer Stimmung setzt ein Djihadisten-Propagandist im Internet an. In wenigen Wochen erfolgt ihr Wandel samt Abkehr von der bisher ABFFL (AllerBeste Freundin Fürs Leben), die sich ratlos vor den Kopf gestoßen fühlt. Eine kurzfristige Wende stellt sich als angeordnete Taktik des Online-Anwerbers heraus, um Spuren zu verwischen. Der echte Wendepunkt erfolgt erst mit den Mordanschlägen im Pariser Bataclan, die Sarah miterlebt und bei Camille ein Umdenken einleitet. Und die bei Versammlungen ihre Stimme erhebt, um von Djihadisten angefixte Jugendliche ebenfalls zur Umkehr zu bewegen: „Glaubst du, Gott ist zufrieden mit dir, wenn du sagst, dass dich die Attentate nichts angehen? Weißt du denn nicht, welche Bedeutung die Absicht im Islam hat? Wenn du Taten der Mörder gutheißt, die kaltblütig Unschuldige ermordet haben, machst du dich damit zu ihrem Komplizen. Wenn du die Attentate in deiner nija (Absicht, in deinem Innern, in deinem Herzen) befürwortest, ist es, als hättest du sie selbst begangen...“

Der Roman ist in einer  Art gedanklicher Tagebucheinträge – abwechselnd von Sarah und Camille – verfasst. Das Spannende insbesondere bei Camilles Einträgen ist, dass ihr Abgleiten sehr gut nachvollziehbar ist, ebenfalls die Methode und der Mechanismus, der sie fasziniert und damit gefangen nimmt. Und weshalb alle direkten Angriffe auf ihre neue Geisteshaltung genau das Gegenteil bewirken. Was letztlich wirklich hilft, dass ihre Freundin sowie ihre Eltern, insbesondere die Mutter, sie trotz allem nicht verstoßen, sondern um sie ringen. Auch wenn das oftmals nicht gerade leicht fällt.

Dounia Baozar
Djihad, Mon Ami
Aus dem Französischen von Sarah Pasquay
ab 14 J., 160 Seiten, 14,95 €
Knesebeck

Nicht gefährlich, aber ängstlich

Peter Härtlings Roman „Djadi, Flüchtlingskind“

Peter Härtling, Djadi Flüchtlingsjunge Foto: Beltz & Gelberg „Also, er sieht nicht so gefährlich aus, beruhigte sich die Arzthelferin.
Das ist er auch nicht. Wladi beugte sich über den Tresen und flüsterte, als gehe es um ein großes Geheimnis: Gefährlich ist das Kerlchen nicht, aber der Krieg hat ihn ängstlich gemacht. Übrigens er heißt Djadi.“

Im Roman „Djadi, Flüchtlingsjunge“ beschreibt Peter Härtling das Leben des elfjährigen Buben in Deutschland – nach seiner Flucht aus Syrien übers Mittelmeer. Mutter- und vaterseelenallein landet er hier. Und hat das Glück in einer Wohngemeinschaft (WG) wohlwollender sechs Erwachsener, die vom Alter her alle seine Großeltern sein könnten, unterzukommen. Und selbst da ist der Umgang mit Ämtern und Behörden auch nicht immer einfach. Auch das sich aneinander gewöhnen ist für beide Seiten nicht immer einfach. Die einen wollen immerzu reden, der andere ist verschlossen, kann nicht so bald etwas an sich heranlassen. Da helfen vor allem witzige Wortspiele des Ältesten der WG, von Wladi.

Da wollen die Erwachsenen dem Jungen eine Freude bereiten – mit einem Urlaub. Am Meer. Ausgerechnet am Meer!? Zwar nicht dem Mittelmeer, in dem aller Wahrscheinlichkeit nach seine engsten Verwandten bei der Flucht ihr Leben gelassen haben, aber doch: Meer ist Meer.

Und dennoch strahlt dieser knapp mehr als 100-seitige, locker und sehr flüssig zu lesende Roman für Kinder so ab ungefähr 10 Jahren in seiner berührend-lebensnahen Beschreibung, die sich Schritt für Schritt an Djadi annähert, Zuversicht aus. Wenn sich Mensch


Ältere Buchtipps

Sprachenvielfalt

Märchen zum Lesen und Hören in 17 Sprachen

Ein armer, schlauer Mann macht seinem König eine „Steinsuppe“ schmackhaft. Dieses Märchen findest du in diesem Buch sowie auf der beigelegten Hör-CD – in den beiden Sprachen Deutsch und Ungarisch.

VOBIS (Verein für offene Begegnung und Integration durch Sprache) hat mit Menschen, die aus 16 verschiedenen Herkunftsländern nach Österreich geflüchtet sind, Geschichten gesammelt. Darunter sind klassische Märchen der Regionen und Länder ebenso wie Geschichten aus dem eigenen Familienumfeld, wie etwa „Mein Schnuller“ (Mazedonisch). Oder eine historische Geschichte (auf Komorisch), etwa wie das Dorf Bangoi Kuoni überflutet wurde.

Die Sprachen reichen von Arabisch bis Yoruba. Zu den jeweiligen Sprachen gibt es immer eine kurze Erklärung, wo und wie weit sie verbreitet ist und in welcher Schrift oder in welchen Schriften sie geschrieben wird. So ist Kurdisch (wovon es allerdings mindestens drei Varianten, manche bezeichnen sie als eigene Sprachen, andere als Dialekte, gibt) die vielleicht einzige Sprache der Welt, die sogar in drei verschiedenen Schriften geschrieben wird (z.B. in der Türkei lateinisch, Irak und Iran in arabischen Zeichen und in Armenien kyrillisch).

Auch auf der CD sind die Geschichten jeweils in diesen Sprachen sowie auf Deutsch zu hören. Selbst wenn die anderen Sprachen nicht verstanden werden, ist es ganz schön spannend, den unterschiedlichen Sprachmelodien zu lauschen.

Ein Stein in der Suppe, 100 Seiten plus CD; Geschichten aus einer Welt für unsere gemeinsame Zukunft; 18,50 € (plus Versandspesen); http://verein-vobis.com/buchprojekt

Bäume (nicht nur) für Kenia

Angelehnt an den Stil vieler afrikanischer Bilder zeichnet und beschreibt Claire A. Nivola die Geschichte von Wangari Maathai. Als Kind wuchs sie im Hochland Kenias inmitten von üppigem Grün und stark bewaldeten Hügeln auf, Feigenbäume galten als heilig, Bäche und Flüsse führten viel Wasser und beheimateten viele Fische. Als sie nach ihrem Biologie-Studium in den USA wieder nach Hause zurückkam, meinte sie ihren Augen nicht trauen zu dürfen: Bäume gerodet, keine vielfältigen angebauten Früchte, von denen sich die Menschen alle selbst ernähren konnten, sondern große Plantagen mit wenig verschiedenen Sorten – Tee und einigen Feldfrüchten – aber alles für den Verkauf – oft ins Ausland, teilweise staubige, wüstenartigen Landstriche – und wenig Wasser.

„Wenn wir verstehen, dass wir ein Teil des Problems sind“, sagte sie, „dann können wir auch ein Teil der Lösung werden.“ Sie hatte eine einfache, aber großartige Idee.

„Warum pflanzen wir nicht Bäume?“, sagte sie zu den Frauen.

Sie zeigte ihnen, wie man von den übrig gebliebenen Bäumen sammelte. Sie brachte ihnen bei, wie man pflanzenerde herstellte, indem man sie mit Dung mischte. Sie zeigte ihnen, wie man die Erde anfeuchtete, mit einem Stock ein Loch bohrte und den Samen vorsichtig dort hineinlegte. Vor allem aber unterrichtete sie die Frauen darin, wie man die heranwachsenden Setzlinge hegte und pflegte…

Auch Rückschläge konnten sie und die erste Handvoll Gleichgesinnter nicht daran hindern, weiter zu machen. Aus der Idee und den ersten Bemühungen entstand eine große Bewegung. 30 Millionen Bäume wurden mittlerweile in den 30 Jahren von der „Grün-Gürtel-Bewegung“ genannten Initiative gepflanzt. Wangari Maathai bekam dafür als erste Frau aus Afrika 2004 den Friedensnobelpreis, weil sie die Gesundung der Umwelt mit dem Wohlergehen von Menschen als Einheit betrachtete.

Die 2011 in Nairobi verstorbene „Mutter der Bäume“, wie sie immer wieder genannt wurde, war Vorbild für den 2007 neunjährigen Felix Finkbeiner, der in seiner Schule in der Nähe von München sein Referat über Klimawandel mit der Aufforderung beendete: „Lasst uns in Deutschland eine Million Bäume pflanzen!“ Aus dem Vorschlag wurde seither die weltweite – von Kindern und Jugendlichen getragene – Initiative „Plant fort he Planet“, die in 193 Ländern mehr als 12,6 Milliarden (!) Bäume gepflanzt, sich 1000 Milliarden zum Ziel gesetzt hat und für Klimagerechtigkeit kämpft.

Claire A. Nivola, (aus dem Englischen von Susanne Lin), Bäume für Kenia – Die Geschichte der Wangari Maathai, Verlag Freies Geistesleben, 16,40 €; ein Euro geht als Spende an Plant-for-the-Planet; 1 € = 1 Baum

Das Mädchen und der Baum

Bela wächst am Land, mitten in der Natur auf, ein Baum wird ihr Freund. Alles ist gut. Dann jedoch muss das Mädchen mit seinen Eltern in die Stadt übersiedeln. Auch nicht schlecht, Aber irgendwas geht ihr ab. Genau!

Da hilft ein anderes „Stück“ Natur: „Pflanze diesen Samen!“, flüsterte der Wind und überbrachte so dem Mädchen die Nachricht des Freundes. „Wenn du diese Samen pflanzt, wirst du wieder glücklich sein und in der Stadt einen Teil von mir bei dir haben!“

Andere, vor allem Kinder, machten es ihr nach…

Im Nachwort des mit lieblichen Bildern versehenen Buches wird für jene, die’s noch nie gemacht haben, beschrieben, wie Bäumchen pflanzen geht. Und ein bisschen die Initiative „Plant fort he Planet“ beschrieben.

Roseni Kurányi, Susanne Ward (Illustrationen), Das Mädchen und der Baum, Papermoon Verlag, 11,30 Euro

Jean Giono, Quint Buchholz (Bilder), (Aus dem Französischen von Uli Aumüller), Der Mann, der Bäume pflanzte, Carl Hanser Verlag

Maus im wilden Westen

Buchstaben bilden einen lächelnden Mund, wenn „grinsen“ geschrieben steht. Bei „springen“ hüpft die Schrift. Die Buchstaben von Kleidung hängen wie Wäschestücke an einer Leine. Sehr verspielt wird die Schrift in den Abenteuern der Zeitungs-Mäuse-Familie Stilton neben vielen comicartigen Zeichnungen (kleinen, aber auch doppelseitigen Bildern) zu einem weiteren graphischen Element.

In diesem Band landet Geronimo im „wilden Westen" – oder doch nicht? Wie auch immer – kurzweilig geschrieben und reichlich illustriert kannst du ihn und seine Family bei den Abenteuer begleiten.

Geronimo Stilton - Wirbel im Wilden Westen, 120 Seiten, rororo Taschenbuch, 8,30 Euro

Nervensäge

Robert Zarkoff kauft auf einem Markt eine seltsame Holzmaske. Noch eigenartiger ist eine Art Code in Form einer mathematischen Formel auf dieser. Merkwürdige Dinge passieren dann – meist Missgeschicke. Selbst sein sensationeller Auftritt bei einem Handballspiel, in dem er urviele Tore schießt, wird für ihn zum Bumerang. Nachdem er die Formel entschlüsselt, sieht er den Verursacher seiner neuen Probleme: einen kleinen Teufel, ein ziemlich gemeines Biest. Robert muss etliche abenteuerliche Missgeschicke durchleiden bevor es ihm gemeinsam mit Cousine Zara, seiner Helferin in allen Nöten, gelingt, Asmoduin los zu werden – zumindest bis Teil 2, der nächstes Jahr erscheint.

Jens Schumacher, Asmoduin, Nervensäge aus der Hölle, ca. 170 Seiten, ueberreuter, 10.30 €

(Un-)sichtbare Helfer

Alle anderen können sie nicht sehen, für Florian aber sind sie DIE Helfer in der Not – seine beiden Drachen. Guter und Böser hat er sie genannt. Zweiterer ist rot und kann Feuer spucken, ersterer ist grün und „zaubert“ bunte Seifenblasen aus seiner Nase. Wann immer ihm Gefahr droht, ist Böser Drache zur Stelle. Und wenn er unerfüllte Wünsche hegt, etwa, dass Max sein Freund sein möge, hilft Guter Drache. Sie können schrumpfen und wachsen und ihn sogar – allen Schwierigkeiten zum Trotz – in den Familienurlaub ans Meer begleiten, obwohl sie letzteres so überhaupt nicht mögen.

Christine Nöstlinger/ Jens Rassmus, Guter Drache und Böser Drache; Residenz Verlag; ab 4 J., 40 Seiten; 14,90€.

Kinderreime von Albanisch bis Vietnamesisch

Pliva patka preko Save
Nosi pismo na glave.
Auf Deutsch heißt dieser kroatische Kinderreim:
Eine Ente schwimmt über die Save
Trägt einen Brief auf dem Kopf.  
Seit Jahrzehnten sammelt die Kindergärtnerin Silvia Hüsler aus der Schweiz Verse, wie sie Kinder seit Generationen gerne sagen oder singen und dazu oft tanzen, spielen, springen ... Kinderleicht lernen sie so andere Sprachen kennen, ein bisschen zumindest.
Silvia Hüsler, Kinderverse aus vielen Ländern mit Hör-CD, Lambertus, 17 €

Abenteuerroman mit Grusel- und Echtheitsfaktor

Wie in vielen seiner Bücher baute Robert Klement auch in Warte bis die Nacht anbricht rund um eine echte Geschichte eine erfundene Rahmenhandlung. Die Leiche des Mädchens Kitty Jay wurde tatsächlich im vorigen Jahrhundert in einem englischen Moor gefunden. Der Autor hörte sich in der Gegend um, durchstöberte Archive und Chroniken. Und dachte sich dann einen Burschen aus, der glaubt ihrem Geist begegnet zu sein. Darum macht sich dieser Simon dann auf die Suche nach Spuren des Mädchens und seines Schicksals. Ein spannender Abenteuerroman teilweise mit Gruselfaktor und kaltem Schauer, wenn du daran denkst, dass es Kitty Jay so oder doch ziemlich ähnlich ergangen sein dürfte.   
Robert Klement, Warte bis die Nacht anbricht, G&G Verlag, 11,50 €

Zwei Enden

Ein Kind findet eine (Kunststoff-)Ente. In knappsten Worten und Bildern beschreibt Autorin und Illustratorin Isol, was das Kind damit anfängt, u.a. setzt es sich die Figur als Hut auf. Drehst du das Büchlein um und fängst vom andern Ende her an, siehst du die selben Szenen aus der Sicht des Entleins. Im obigen Beispiel benutzt es das Kind als Aussichtsturm. Dies ist eines der bisher auch auf Deutsch erhältlichen Bücher der kürzlich mit dem Astrid-Lindgren-Preis ausgezeichneten Argentinierin.
Isol, Ein Entlein kann so nützlich sein, Verlag Jungbrunnen, 12,95 €

Eines Morgens… da machte die Hauptfigur des Buches eine höchst merkwürdige Entdeckung. Früher als sonst war sie aufgestanden, sah ihre Mutter, als die das Frühstück herrichtete und – siehe da, die Haare standen ihr in alle Richtungen zu Berge. Huch, Mama ist in Wahrheit ein Stachelschwein…. Ob das bei ihrer Freundin Elisa auch so ist? Als sie eines Tages bei der übernachtete, schlich sie sich auch sehr, sehr früh aus dem Kinderzimmer und: Noch ärger, da stand …

Und welches Tier, fragt Isol am Ende von „Wie siehst du denn aus?“ sind denn deine Eltern… Witzig und frech!

Isol, Wie siehst denn du aus?, Aufbau-Verlag, 48 Seiten, kartoniert: 10, 30 €

Und weil die 41-jährige Marisol Misenta erst vor Kurzem den wichtigsten Preis der Kinderliteratur, den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis bekam, erscheint ihr nächstes auf Deutsch übersetztes Buch ein Monat früher. Ab 18. Juni gibt es „Überraschung für Nino“.

Nino hat viele Geburtstagswünsche, ist neugierig, was er davon wohl kriegen wird und stöbert… Und da sieht er im Kasten auch wirklich ein großes rotes Packerl. Er kann’s nicht erwarten und reißt es auf und – ist zunächst einmal enttäuscht. Aber nur fürs erste…

Isol, Überraschung für Nino, 36 Seiten, Hardcover, ab 18. Juni, 13,40 €

Kleiner Mäuserich sieht Häsin fliegen – in Reimen mit Bildern

So herrlich verrückt, so fröhlich und frei. Sie springt einfach los, als wär nichts dabei!“
Der Mäuserich namens Braun bewundert Frau Hase. Wenn er zuschaut, wie sie sich bewegt, sieht er sie fliegen. Und verspürt dabei frühlingshafte Gefühle. Die werden nur durch das Auftauchen von Herrn Hund gestört. Diesen hält der kleien Mausmann für eine große Gefahr. Darum muss er seine Angebetete retten – in Reimen, witzig illustriert.

Einziger Wermutstropfen ist eine kurze Passage nach dem Motto: "Rettet dem Dativ", wenn es heißt, dei Häsin "zieht ihm  (den Hund) am Ohr und zupft ihm am Zeh..."

Julia Hubery, Jonathan Bentley, Frau Hase, Herr Hund und der Mäuserich Braun; Annette Betz; 15,40 €

Eine Welt in der Bücher fliegen und sprechen

Geheimnisvoll.Das Leben von Morris Lessmore ändert sich schlagartig, als er eine  schöne Dame trifft,   die von einem Schwarm Bücher durch die Luft gezogen wird. Sie wirft ihm ihr Lieblingsbuch zu. Das Buch hat einen blauen Einband und entpuppt sich als lebendig. Es  führt Morris zu einem geheimnisvollen  Gebäude. Dort leben Lexika, Romane und Comics – sie alle können fliegen und sprechen.
Die fliegenden Bücher des Mr. Morris Lessmore von William Joyce ist die Geschichte zum oscarprämierten Kurzfilm; Boje Verlag; 15,50 Euro

Ausgezeichnet: Rita mit der roten Badekappe: Mut, etwas nicht zu tun

Was sind schon Luftschiffe oder Seiltänzer gegen dieses Mädchen. Rita mit der roten Badekappe. Die traut sich etwas ganz Besonderes, nämlich einfach vom Sprungturm die Leiter wieder runter zu steigen. „Fische springen nicht von Türmen.“
Für den knapp und punktgenau formulierten Text sowie die beeindruckenden Bild-Collagen gab’s einen der vier österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise.
Heinz Janisch, Ingrid Godon, Rita, Bloomsbury, 14,40 €.

Ausgezeichnet: Die Beste Bande der Welt

Alle Kinder sind in irgendeiner Bande – nur nicht Oskar. Einmal ist er zu klein, ein anderes Mal zu groß oder zu wenig gefährlich, falsch gekleidet ... Mist. Was tun? Nun, Oskar gründet einfach seine eigene Bande. Ganz alleine sucht er  sich ein Hauptquartier und macht andere neugierig ... Mehr sei aber jetzt nicht verraten, höchstens noch so viel, dass es dafür einen der Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise gab.
Saskia Hula (Text), Ina Hattenhauer (Illustrationen), die beste Bande der Welt, Nilpferd in Residenz, 14,90 €

Woher die Babys wirklich kommen

Ausgezeichnet: DAS machen?

Mit der Geschichte vom Storch, der die Babys bringt lässt sich kein Kind mehr abspeisen.  Woher aber kommen sie dann? Was hat es mit Liebe, Sex, Zärtlichkeit und anderen Gefühlen auf sich?  Wo ist es wichtig, Grenzen zu fühlen und zu setzen? Dazu findest du vieles im Buch „DAS machen?“ Es wurde mit einem der vier österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise ausgezeichnet. Anregungen und Zitate haben Autorin und Illustratorin in vielen Workshops mit Schulklassen gesammelt.
Lilly Axster/Christine Aebi, DAS machen? Projektwoche Sexualerziehung in der Klasse 4c, de’A Panoptikum; 24,50 €; www.dasmachen.net

Ausgezeichnet: Schräges Trio erlebt verrückte Storys

Und wieder ein Preis für den Shootingstar der heimischen Kinder- und Jugendbuch-Szene: Michael Roher schickt – geschrieben und gezeichnet – das schräge Trio „Oma, Huhn und Kümmelfritz“ durch verrückte und sehr witzige Geschichten. Der Letztgenannte ist Omas Enkel Fritz – mit einem nie geklärten Spitznamen - und lebt mit einem sprechenden, großgoscherten Huhn. Der ungefähr achtjährige Bub liebt die Landkarten im Atlas und da vor allem Namen von Städten, Ländern, Flüssen und Bergen. Wenn er sich freut, überrascht ist oder bei allen möglichen anderen Gelegenheiten stößt er dann unvermittelt Kasachstan oder Fischamend, Missisippi, Islamabad oder was auch immer aus. Und er mag seine Mitschülerin Maya. So sehr, dass er als einziger Bub der Klasse nicht in die Bande einsteigt, die ein Klassenkollege gründet, weil Mädchen nicht aufgenommen werden. Da hilft das Huhn, es schlägt vor, einfach eine eigene Bande zu gründen – natürlich mit ihm als Ober-Chef… Zu dritt erleben sie ihren ersten Detektivfall – mit überraschendem Ergebnis, unter anderem die erste Nacht allein außer Haus – in einem Zelt.
Wie sonst mit seinen Zeichnungen und da wiederum vielen Details, spielt Roher hier mit Geschichterln, beschriebenen Bildern und vor allem auch mit Wörtern – nicht zuletzt erfundenen. So wird in einem Kapitel das Hendl zum Huhnfuzius – mit „weisen“ Sprüchen, die er dem Fritz bei einer komplizierten Mathe-Hausübungen anstelle der Rechenlösungen ins Heft diktiert. Beim Beispiel mit 56 und drei Mal so viel Bonbons, die dem Fritz Kopfzerbrechen bereitet, fällt dem Huhn ein: „Schreibe: Weise, wer nicht Bonbon behält, sondern ganze Süßkram schenken bedürftigem Huhn.“
Was der Lehrerin nicht nur gefällt, aber … immerhin verschafft sie ihren Schüler_innen ein Rezept für Glückskekse (das auch im Buch abgedruckt ist..

Mit diesem, seinem ersten (Nicht-Bilder.)Buch wurde Roher mit einem der vier Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreise 2013 ausgezeichnet. Die anderen drei stellen wir demnächst vor.

Michael Roher, Oma, Huhn und Kümmelfritz, Jungbrunnen, 13,95 €.

Zwerge, Riesen und ein Goldschatz: Oper als Hör- & Bilderbuch

Wagner-Jahr: Zwerge, Riesen, Drachen, Kröten, Nixen, ein Goldschatz und ein verfluchter Ring –  Zutaten für eine spannende Geschichte. Dieses Bilderbuch erzählt verständlich „Rheingold“, den ersten Teil der längsten Oper aller Zeiten, „Der Ring des Nibelungen“. Die CD mit 23 Musikstücken ermöglicht es dir, in die Oper hineinzuhören. Komponist Richard Wagner wurde übrigens vor 200 Jahren geboren.
Rudolf Herfurtner, Anette Bley: „Das Rheingold“, Oper von Richard Wagner, Begleit-CD, Annette-Betz-Verlag, 20,60 €.

Ben Becker und Bruno

„Schuld“ ist grüne Seife. Die färbt Brunos Haar. Das hat so manch ungeahnte Folgen. Im Zirkus löst er ziemliches Chaos aus, weil ein Pferd seinen Kopf mit einem Büschel Gras verwechselte. In Paris hingegen hilft ihm der ungewöhnliche Haarschopf. Während sich die Mutter beim berühmten Museum Louvre um Tickets anstellt, spielt Bruno mit Kindern Fußball. Dabei kommt er immer weiter weg, findet den Weg nicht zurück, fährt auf den Eiffelturm. Und... aber das wird hier nicht verraten.
Ben Becker (Text), Annette Swoboda (Zeichnungen), Geschichten vom Bruno mit den grünen Haaren, Ravensburger, ca. 90 Seiten, 13.40 €

Comic-artig durch Wien

Wien-Reiseführer.  Woher hat die Pummerin ihren Namen? Wie viele Räume hat die Hofburg?  Und wie viele Kinder leben eigentlich in Wien?  Egal, ob Du als Tourist in unsere Bundeshauptstadt kommst oder  hier lebst, mit diesem Reiseführer  lernst Du Wien spielerisch  kennen.  Rätsel, Suchaufgaben und Comics vermitteln Wissenswertes  von den großen Sehenswürdigkeiten, dem Wiener Dialekt und dem U-Bahn Netz.
„Wien für dich! Der Reiseführer mit Comics und Rätseln“, Lonitzberg Verlag, um 12,95 Euro im Buchhandel

Sprachspielerei

Vielfältig: 53 Gedichte aus 35 Ländern von Spanien, Finnland, Japan bis Brasilien,
übersetzt ins Deutsche laden ein zum Selberdichten.Illustriert mit  Krokodil, Elefant und vielen schönen Bildern aus der ganzen Welt.
Der Arche-Kinder-Kalender 2013 Gesehen um 13,00 € bei Thalia,
auch erhältlich unter http://www.amazon.com oder unter http://www.arche-kalender-verlag

Hier wird die Geschichte selbst zur Erzählerin gemacht...

Die Autorin und Illustratorin haben sich für dieses Buch Ungewöhnliches ausgedacht: Die Geschichte soll sich selbst  erzählen, also  zur Hauptperson werden. Und das beginnt so: „Zuerst erzählt die Geschichte, ist da einfach nur ein grünes Viereck. Ich nenn es Wiese. Das ist hochspannend...“

Doch die Zuhörer im Buch klagen: „Das ist aber noch nicht sehr viel. Ein bisschen mehr Jubel und Trubel bitte“, verlangen sie. Doch als sich die sich selbst erzählende Geschichte daraufhin mehr Abenteuer einfallen lässt, sind sie auch nicht zufrieden. Adelheid Dahimène, Heide Stöllinger:
„Ein bisschen mehr Jubel und Trubel bitte“, Bibliothek d.er Provinz; 18,99 Euro

Gregs Tagebücher

Bücher Bevor Jeff Kinney „Gregs Tagebuch" schrieb, veröffentlichte er die Geschichten im Internet. Das erste Buch kam  2007 in Amerika heraus, ein Jahr später in Österreich.

Sei kreativ und lerne dabei!

Kreiere  deine eigene Piratenflagge oder gestalte den Dschungel  nach deinen Vorstellungen. „Auf einen Blick" ist ein Malbuch mit Wissensthemen zum Weiterzeichnen.
Erhältlich im Buchhandel um 10,30 €.

Auf Entdeckungstour in Weltstädten

Du machst einen Städtetrip nach Paris, London oder Wien? Entdecke die Stadt mit Max und Lilly, die interessante Infos, knifflige Rätsel, spannende Fragen und tolle Ausmalbilder für dich haben. Lerne über die Stadt und dokumentiere deinen Urlaub gleich im Reiseführer. Viel Spaß mit Max und Lilly!N. Ehrlich-Adam & C. Salzer: „Globetrotter Kids Paris/London/Wien",
Nele Verlag, 9,90 € (6-12 Jahre).

Nikolos Sommer-Spaß

Was macht der Nikolaus, wenn ihm fad ist? Er kommt auf die Idee, dass er die Kinder doch einmal im Sommer besuchen könnte und nicht nur am 6. Dezember – geheim natürlich. So verkleidet wird er in einem Kindergarten prompt für einen Praktikanten gehalten. Doch die Kinder durchschauen ihn schnell
Ursula Stich: "Nikolaus in geheimer Mission", Wiener Dom Verlag, 26 Seiten, 14,90 € (ab 3 Jahren).

Ausgezeichnete Löwen

Am Mittelfuß  ein kleines Steak, am Fußballen ein echtes "Fake". Frau Mona Lisa, die da lacht... Michael Stavarič  und Renate Habinger haben mit viel Bild- und Sprachspielen ein kunterbuntes Buch rund um einen voll bemalten menschlichen Körper gestaltet. Hier gibt es Löwen (Residenz Verlag) ist eines der vier mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichneten Werke.

Zu Besuch in einer fremden Welt

Die Heimat der Eltern ist für Mina eine völlig fremde Welt. Zu Besuch im Libanon, vermittelt ihr der  Onkel in Fantasiegeschichten diesen Kosmos. In die Traumwelt bricht jedoch die nahöstliche Kriegsrealität ein. (Tee mit Onkel Mustafa, Picus-Verlag) ist eines der vier mit dem österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichneten Werke.

Harry und Miriam

Ort: Berlin
Zeit: 1942, also im zweiten Weltkrieg.
Harry begegnet einem Mädchen namens Miriam. Du darfst nicht mit mir reden", versucht sie ihn zu warnen. Seine Mutter macht ihm zusätzlich Angst, die ganze Familie könne darunter leiden. Das Mädchen muss einen gelben Stern tragen, auf dem JUDE steht. Die seine alle böse. Warum? Das will Harry wissen. Sein Freund Klaus setzt sich allein schon der Frage wegen von ihm ab. Und das mit der Weltverschwörung, das der Fähnleinführer auf seine frage antwortet kommt ihm als große Lüge vor. Wenn die so mächtig sind, wieso würden dann die Engländer auf Berlin Bomben abwerfen und auch Miriam dabei töten können?
Und überhaupt, die Klasse ziehe unter der Führung der Lehrerin mit dem Lied "Bomben auf England" in den Luftschutzkeller…
Irgendwie will er Miriam retten, denkt sich schon aus, wie er dafür ein leeres Kellerabteil herrichten würde, zweigt Lebensmittelmarken ab… Doch Miriam und ihre Familie wurden mittlerweile schon "abgeholt", in eines der Konzentrationslager gebracht.
Eine kurze Geschichte über das aufkeimende Teenager-Gefühl zwischen Harry und Miriam, das "nebenbei" Geschichte erlebbar beschreibt.
Sigmar Schollak, Das Mädchen aus Harrys Straße, Donat Verlag

Warum fliegt ein Bumerang? Wie kann man einen Elektromotor selbst bauen? Mit ganz einfachen Experimenten können Kinder die fabelhafte Welt der Physik verstehen. Bernhard Weingartner erklärt sie in dem Buch "Schlaue Tricks mit Physik" , das am 24. August im Verlag "Perlenreihe" erscheint. (12,95 Euro)

Tausende Pfadfinder fahren im Sommer auf Ferienlager. Jetzt erscheint ein Buch darüber: In "Lagerkoller" (12,90 €) beschreiben die Autoren die großen und kleinen Probleme der Gruppenleiter. Mit zwielichtigen Gestalten wird die Geschichte zu einem Krimi. "Alle Pfadfinder, die schon ein Großlager mitorganisiert haben, werden sich hier gerne wieder finden", meint der Leiter des Pfadfindermuseums.
www.lagerkoller.at

Im berühmten Metropolitan Museum of Art in New York hängen viele bekannte Kunstwerke. Wie man die Bilder richtig betrachtet, zeigt jetzt ein neues Buch. Von 15 Bildern wird jeweils ein Detail besprochen, das man durch einen ausgestanzten Kreis sehen kann: die Fransen eines Schals, die Frisur einer Dame oder eine Hand in der Hosentasche. Und eigentlich ist alles anders, als es aussieht.
Knesebeck Verlag, 17,50 €

Traumleben

Bianca, Rosalind und Violetta verbringen auf dem elterlichen Schloss ein Traumleben - sie tollen herum, denken sich Streiche aus - und führen diese auch aus, wie dem Vater die Krone verstecken und so weiter. Den Herrn König nerven seine drei Töchter sehr, und er verfällt auf die Idee, sie zu verheiraten.
Erst meldet sich kein Prinz. Dann doch einer, Waldomir. Die drei erfüllen dem Vater einmal sogar den Wunsch, sich so richtig klischeehaft wie Prinzessinnen herzurichten. Während des Wartens auf den Herrn, beginnen sie zu streiten, wer von ihnen denn nun die schönste und beste Prinzessin sei. Ein Streitpunkt, wer am besten klettern könnte. Und so steigt jede in einen der Obstbäume, schmeißen von dort aus Birnen und Kirschen aufeinander - mit sichtbaren Folgen auf einem der Kleider, plumpsen und springen in den Teich, tauchen… und Violetta schleudert ihr vermeintliches Drachenei von dem die beiden Schwestern sagen, es wäre nur ein Stein, durch die Gegend. Es landet - auf Waldomirs Knie, der eben antanzt. Und sich schnell aus dem Staub machen will. Er hätte noch einen Drachen zu besiegen. Was gut zwei Jahre dauern könnte.
Da lachen ihn die drei Schwestern aus, zeihen selber in die Berge und bringen einen Drachen nach dem anderen zur Strecke, die sie per Post ins Schloss schicken…
Dabei haben sie ihre Hetz und streiten auch nur mehr ganz selten.
Ursula Poznanski und Sybille Hein, Die allerbeste Prinzessin, Dachs-Verlag

Maleno ja sam ja, Küçük ben benim

Auf der bunten Blumenwiese
geht ein buntes Tier spazieren,
wandert zwischen grünen Halemn,
wandert unter Schierlingspalemn,
freut sich, dass die Vögel sindn,
freut sich an den Schmetterlingen,
freut sich, dass sich`s freuen kann.
Aber dann...
aber dann...
stört ein Laubfrosch seine Ruh
und fragt das Tier; Wer bist denn du?"
....
Vielleicht kennst du dieses berühmte Kinderbuch über die Suche des buntes Tiers danachm wer es ist?! Nun ist es neu - in vier Sprachen erschienen: Deutsch, Kroatisch (maleno ja sam ja), Serbisch (in cyrillischen Buchstaben) und Türkisch (Küçük ben benim).
Mira Lobe, Susi Weigel (Illustrationen), Das kleine Ich bin Ich - in 4 Sprachen, Verlag Jungbrunnen, 17,40 €

Kippa, Purim...

Wofür ist eine Kippa da?, Was wird zu Purim gefeiert? Und was spielt sich - und warum - beim Laubhüttenfest ab? Alexia Weiss und Friederike Großekettler schildern in Dinah und Levi (Annette Betz Verlag, 12,95 €) jüdische Bräuche und Sitten. Ein längliches hölzernes Teil, das aussieht wie ein flaches Schifferl mit geschnitzten Verzierungen erklärt am Ende jeden Kapitels - in der Regel eine Doppelseite - das Fest oder den Brauch.
Im ersten Kapitel werden die beiden Kinder und ihre Familien, die im selben Haus wohnen vorgestellt - streng religiös die von Levi, nur die großen jüdischen Feste feiernd Dinahs Eltern. Vorgestellt wird auch das Erklärungs"schifferl". Eine an Türpfosten befestigte "Mesusa", die das wichtigste Gebet des Judentums, das Schma Jisrael beinhaltet, das an den Glauben an den einen Gott sowie die Einhaltung der 613 Ge- und Verbote dieser Religion erinnern soll.
Wenngleich das Buch über die beiden Kinder und ihre Begegnung versucht, die Higlights dieser Religion leicht fasslich darzustellen, wirkt es doch teils schwer und recht krampfhaft "lehrreich", betulich und obendrein eher altbacken illustriert.

Du verdienst deine Augen nicht, denn du siehst nicht, was du sehen müsstest!

Nachts steht das zehnjährige Mädchen Lina verzweifelt auf dem Hausdach, ein Brotmesser in ihrer Hand. Vor ihr thront ein großer, hölzernen Engel, dem sie nun mit aller Kraft seine Augen auskratzt. "Hohl und leer blickt er nun über das Tal".
Die Geschichte spielt in der Zeit kurz vor Ostern, genaue Zeit- und Ortsangaben gibt es nicht. Lina wohnt mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt und alles über den anderen weiß. Sie alle kennen auch das Leid und den Schmerz, der Lina bald bevorstehen wird: Nach der Osterprozession werden alle Mädchen, die kurz zuvor an der Erstkommunion teilnehmen, von den Männern des Dorfes in einer Höhle, hoch auf einem Berg, gewaltsam missbraucht.
Das alles geht auf eine 150-jährige "Tradition" zurück und wird zusätzlich durch eine Bibelstelle in den Köpfen der Menschen als gerechtfertigt verankert.
Niemand weiß, dass Lina all diese "Geheimnisse" kennt und heimlich fast täglich den Berg und die Höhle besucht, um Schutzengel auf Steinen am Rande des Weges zur Höhle und vor dieser zu zeichnen. Ihre Engel haben große, schwarze Augen und sie hofft, dass sie sie vor diesem Martyrium beschützen und nicht auf sie vergessen, so wie es die anderen bei ihrer Schwester und ihrer Freundin getan haben. An einem Nachmittag, während sie eifrig malt, lernt sie eine Frau namens Gabriela kennen, die sich schließlich als ihr persönlicher Schutzengel erweist und die Missbrauchsfälle in ihrem Dorf endlich publik macht.
Das Tal der blinden Engel von Carolin Philipps (Verlag Bibliothek der Provinz) ist eine Geschichte, die sehr unter die Haut geht und mich nachdenklich gemacht hat, weil ich nicht verstehe, wie man so viel Leid so lange verschweigen kann. Wie ist es möglich, dass alle Bewohner des Dorfes zusehen, wie ihre Kinder diese Gewalt erleben, obwohl sie selbst einmal in dieser Situation waren?
"Es sind die Worte, die nicht herauskommen, und die Tränen, die sie nicht weinen kann."
Wie können sie wegsehen und die Mädchen unterdrücken, über ihr Leid kein Wort zu verlieren? "Sei still Kind, du bringst uns noch alle ins Unglück."
Leider haben viel zu viele Menschen lange weggesehen. Leider haben viel zu viele Menschen das Leid hingenommen und ihren Schmerz totgeschwiegen.
Carolin Philipps` Geschichte endet mit einem Happy-End, einem Schutzengel, der Lina vor dem Schicksal bewahrt.
Wieviele solcher Engel gibt es heute unter uns? Sind wir nicht auch oft viel zu blind und lassen uns leiten, nur, um nicht verstehen zu müssen? Die Augen zu öffnen, nicht blind zu sein und zu helfen - das ist die Aufforderung, die uns die Autorin mit dieser Geschichte versucht, mit auf den Weg zu geben.
Nicole Osimk, 16

Cathy

Aber ich war nur sein Dienstmädchen. Auch wenn ich mein Herz an ihn verloren hatte. Das kleine Mädchen Cathy, aus armen Verhältnissen stammend, wird im Hause Worthington als Dienstmädchen angestellt. Sie bekommt den Hausherrn nie zu Gesicht - bis zu seiner Geburtstagsfeier, bei der sie das Fest durch ein Terrassenfenster beobachtet.
Von da an sucht sie seine Gesellschaft und er will auch nur sie sehen und mit ihr sprechen. Sie wartet förmlich darauf, in seine N


Schalom und Grüß Gott

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https://kurier.at/leben/kiku/schalom-und-gruess-gott/788.825

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