Google: Twitter-User mischt sich in Sexismus-Debatte ein

Ein Google-Entwickler sorgt mit sexistischem Schreiben für Aufregung.
Foto: REUTERS/Dado Ruvic

Mit einem kontroversen Tweet hat sich ein US-amerikanischer Wirtschaftsexperte in die Sexismus-Debatte rund um das vielzitierte Google-"Manifest" eingemischt.

11.08.2017, 04:56

Jener Google-Entwickler, der in einem internen Papier die Meinung vertrat, Frauen seien biologisch weniger für Erfolg in der Tech-Industrie geeignet, ist zu Wochenbeginn von dem Internet-Konzern gefeuert worden. Google-Chef Sundar Pichai hatte seinen Urlaub unterbrochen, nachdem das zehnseitige "Manifest" des Mitarbeiters heftige Diskussionen in dem Unternehmen ausgelöst hatte. Der Autor des am Wochenende veröffentlichten "Manifests" hatte unter anderem geschrieben, Frauen seien weniger widerstandsfähiger gegenüber Stress als Männer und schafften es auch deshalb so selten in Führungspositionen in der Tech-Industrie (mehr dazu hier).

"Liebes Google"

Ein Tweet des US-amerikanischen Wirtschaftsexperten Eric Weinstein sorgt im Kontext der Debatte nun erneut für Wirbel. Weinstein setzte am 8. August einen Tweet ab, in dem zu lesen war: "Liebes Google, hört auf meiner Tochter anzulernen, dass der Weg zu finanzieller Unabhängigkeit nicht im Programmieren liegt, sondern darin, sich bei der Personalabteilung zu beschweren."

Bisher hat Weinsteins Posting zwar über 35.000 Likes abgesahnt, schnell formierte sich aber auch Protest gegen seine Haltung. In Antwort-Tweets machten tausende User ihrem Ärger Luft. So schrieb einer: "Lieber Eric, hör auf Männern anzulernen, dass ihr Weg zu finanzieller Unabhängigkeit nicht im Programmieren liegt, sondern darin, Frauen zu diskriminieren." Eine anderer Nutzer erklärte: "Lieber Eric, ich lehre meiner Tochter, dass sie Frauenfeindlichkeit nicht akzeptieren muss."

60 Frauen wollen Google klagen

Unterdessen hat sich die Aufregung rund um das sexistische Memo ausgeweitet. Über 60 aktuelle und frühere Google-Mitarbeiterinnen wollen den Internetkonzern aufgrund von Ungleichbehandlung klagen, wie der Guardian berichtet. Der Anwalt James Finberg, der an dem Fall arbeitet, erklärt, dass Frauen bei Google im Vergleich zu Männern in ähnlichen Positionen weniger verdienen. Außerdem hätten es weibliche Mitarbeiter aufgrund der frauenfeindlichen Unternehmenskultur weit schwerer, in dem Konzern aufzusteigen (mehr dazu hier).

(kurier/pama)

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )
Antworten folgen
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?
    © 2017 kurier.at Hosted & Connected by