Leitners Urlaub weiter Thema im ORF

Der Publikumsrat diskutierte Tarek Leitners Urlaubsvergangenheit
Foto: KURIER/Gilbert Novy

Neben Politischem wurde bei der Sitzung des Publikumsrates am Dienstag auch die neue Daytime auf ORF 2 diskutiert.

13.09.2017, 10:38

Bei der ersten Sitzung des ORF-Publikumsrates im neuen Saal am Küniglberg (siehe unten) war die bevorstehende Nationalratswahl deutlich spürbar. Wie zu erwarten war, wurde der gemeinsame Urlaub der Familien Leitner und Kern heftig diskutiert.

Als "krasse Fehlentscheidung" bewertete Susanne Fürst, Vertreterin der FPÖ und Kandidatin für die Nationalratswahl, Leitners Besetzung als Moderator der ORF-"Sommergespräche". Er sei befangen gewesen und habe die Interviews auch nicht gut geführt, so Fürst. Dass er die TV-Duelle mit Bundeskanzler Kern nun doch nicht moderieren werde, reiche ihr nicht aus. Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich verwundert darüber, dass die Debatte vor dem "Sommergespräch" mit SPÖ-Chef Christian Kern losgetreten wurde. Der betreffende Urlaub habe vor Kerns Kanzlerschaft stattgefunden, außerdem sei dabei "keine Lebensfreundschaft entstanden". Wrabetz sieht eine Kampagnisierung gegen Mitarbeiter des ORF: "Ich bin schon neugierig, wie jetzt gegen andere Journalisten von uns vorgegangen wird, weil sie irgendwann irgendwem begegnet sind."

Keine "Lex Tisal"

Auch die politischen Äußerungen des als "EU-Bauer "aus dem Villacher Fasching bekannten Manfred Tisal waren Thema. Wrabetz verwies auf die ORF-interne Regelung, dass Mitarbeiter sich in Vorwahlzeiten politischer Aussagen zu enthalten haben. "Das ist keine ,Lex Tisal‘, sondern gilt für alle."

Die Kritik des Ex-Grünen Peter Pilz, der ja mit seiner Liste nicht zu den TV-Duellen eingeladen wurde, deutete Wrabetz als Wahlkampfstrategie: "Peter Pilz nutzt das geschickt und kriegt mehrere Titelseiten in der ,Kronen Zeitung‘, die er sonst nicht kriegen würde." Angesichts der immer höheren Anzahl an antretenden Parteien könnten nicht alle bei den TV-Duellen berücksichtigt werden.

Geburtsschmerzen

Ebenfalls heftig diskutiert wurde die neue Daytime auf ORF 2, insbesondere das Vorabend-Magazin "Daheim in Österreich". Daytime-Leiter Roland Brunhofer reagierte auf Kritik aus dem Publikumsrat: Der "Geburtsschmerz" einer neuen Sendung sei immer unangenehm, dennoch könne laut Brunhofer nicht von einem Quoteneinbruch die Rede sein: "Wir reden von 2 bis 3 Prozent. Andere Sendungsumstellungen waren dramatischer." Eva Blimlinger, Vertreterin der Grünen und Rektorin der Bildenden, bemängelte "die total chaotische Mischung aus Beiträgen", die nicht dazu führe, dass man sich – wie von Brunhofer beschrieben – entspannen könne. Sie vermisse hier ein klares Konzept: "Ich fürchte, wenn das so weitergeht, wird das wie ORFeins enden."

Beschlossen wurde vom Publikumsrat außerdem eine Resolution für ein neues Volksgruppen-Format im ORF, das österreichweit einmal pro Woche gesendet werden soll und über alle in Österreich lebenden Minderheiten berichten soll. Woher die laut Wrabetz nötigen 600.000 Euro für die halbstündige Sendung kommen sollen, blieb offen.

ORF - PUBLIKUMSRAT: SITZUNGSAAL NEU Foto: APA/HANS PUNZ

Hightech-Sitzungssaal eingeweiht

Der Publikumsrat hat am Dienstag auch den neuen ORF-Gremien-Sitzungssaal des Architektenteams Veech x Veech eingeweiht. Die futuristische Raumgestaltung kostete laut Bau-Chef Pius Strobl rund 770.000 Euro (ohne dazugehörige Teile der Rundfunktechnik). Für Blimlinger eine Fehlkonstruktion: "Eine Mischung aus Raumschiff Orion und UNO-Weltsicherungsrat, also ein Beamen in die 1960er-Jahre. Das Mobiliar ist fix eingebaut und nicht flexibel, ein Sinnbild für den ORF."

(kurier/Nina Oberbucher)

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )
Antworten folgen
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?
    © 2017 kurier.at Hosted & Connected by