Neuer Film mit Josef Hader: Dinge, die man nicht vermisst

Hannah Hoekstra und Josef Hader in "Arthur & Claire"
Foto: /FILMladen

Josef Hader spielt die todkranke Hauptfigur in der Tragikomödie "Arthur & Claire".

13.02.2018, 06:00

Josef Hader hat als Arthur Schlesinger nichts mehr vor. Sein letzter Termin findet in einer Sterbeklinik in Amsterdam statt, wo er seinem Krebsleiden ein vorzeitiges Ende setzen will.

Die letzte Nacht vor dem selbst gewählten Todesdatum bricht an – und fegt ihm eine junge Frau ins Nebenzimmer seines Hotels.

Die öde Formel der generationenübergreifenden Romantic Comedy – sprich: älterer Mann verliebt sich in um vieles jüngere Frau – wurde mit einem kleinen Todes-Twist aufgepeppt. Zwar führte Hader bei "Arthur & Claire" (ab Freitag im Kino) nicht selbst Regie, wie zuletzt bei "Wilde Maus" (die übrigens rund 280.000 Besucher ins Kino lockte und damit zum best besuchten österreichische Film in Österreich avancierte). Stattdessen schrieb er nur am Drehbuch mit, das dann sein Co-Autor, der Deutsch-Portugiese Miguel Alexandres, verfilmte.

Nicht übermäßig originell, aber immens sympathisch entfaltet sich da eine zerbrechliche Beziehung zwischen zwei Todessehnsüchtigen in Amsterdam, die einen ungewöhnlichen Abend in pittoreskem Grachten-Ambiente verbringen.

Ausgebufft

Josef Hader als ausgebuffter Wiener namens Arthur Schlesinger findet im eigenen Drehbuch genug Patz, um seinen bewährten Wiener Schmäh mit einer gehörigen Portion Selbstverachtung unterzubringen: "Ich bin kein Deutscher, ich bin Österreicher", erklärt er seiner neuen, holländischen Bekannten Claire. "Na super, noch schlimmer", lautet die Antwort, die ebenfalls sehr nach Hader klingt. (Auch die Selbstaussage, dass ihr Deutsch klinge wie bei Rudi Carrell, hat ihr eindeutig Hader in den Mund gelegt.)

Mit offenem Hemdkragen und rotgeränderten Augen folgt Arthur mit weidwundem Blick der jungen Frau bis in den Coffeeshop. Beim gemeinsamen Joint wird dann alles ein bisschen lockerer. Er habe eine Liste von allen Dingen angefertigt, die er nach seinem Tod nicht vermissen würde, berichtet Arthur von seinen Sterbevorbereitungen: Dazu zählten Emails, Emails – und das Geräusch eines Staubsaugers.

Bittersüße, zart-humorig eingeschwärzte Dialoge mit Selbstironie beseelen dieses Zwei-Personenstück, das ein bisschen Lebensweisheit mit einem Schuss Konvention zu einem netten, nicht allzu tiefschürfenden One-Night-Stand mischt.

INFO: D/NL/Ö 2018. 100 Min. Von Miguel Alexandre. Mit Josef Hader, Hannah Hoekstra.

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