Furioses Finale und neuer Besucherrekord in Grafenegg

Starpianist  und Intendant Rudolf Buchbinder .
Foto: /Klaus Vyhnalek

Der Starpianist glänzte zum Abschied mit dem "Klavierkonzert in F-Dur" von George Gershwin

12.09.2017, 06:00

Seine Interpretation war mitreißend, seine Virtuosität wie immer phänomenal, seine Repetitionen, Griffe und Läufe perfekt: Glänzend spielte Rudolf Buchbinder das sich am flirrenden, amerikanischen Kapitalismus orientierende "Klavierkonzert in F-Dur" von George Gershwin.

Auch die enthaltenen Jazzelemente wurden vom Starpianisten im ausverkauften Auditorium (wetterbedingt) in Grafenegg schmissig und mit dem notwendigen "Feeling" wunderbar wiedergegeben. Für den großen Jubel bedankte sich der Festivalchef mit einem präzise musizierten Stück von Johann Sebastian Bach.

Semyon Bychkov am Pult des London Symphony Orchestra begleitete fetzig, ließ auch kaum zu, dass der Solist zugedeckt wurde und schaffte meist eine wohl abgewogene Balance zwischen ihm und dem Orchester. Der zweite Satz bestach durch gefühlvolle Kantabilität, der dritte durch den motorisch treibenden Rhythmus.

Raserei

Dann durfte man sich auch noch an den "Symphonischen Tänzen" von Sergej Rachmaninow, 1940 als sein letztes Werk komponiert, in dunklen Farben und voller Lebendigkeit erfreuen, das viele Zitate aus früheren eigenen Werken und einiger anderer Komponisten beinhaltet, mit einem melancholisch makabren Walzer, der russische Liedweisen beschwört und dem von Rachmaninow oft verwendete "Dies-irae"-Motiv im letzten Teil. Dieser wurde bis zur wilden Raserei eines veritablen Totentanzes gesteigert inklusive hymnischen Abschluss.

Das groß verlangte Orchester mit dreifachem Holz, Altsaxofon, stark erweitertem Schlagwerk und Klavier musizierte das enorm anspruchsvolle Werk ungemein präzise, farben-, akzent- und fassettenreich, einfach fulminant. Als Encore klang dann noch etwas Englisches: Das farbenprächtige Stück "Nimrod" Edvard Elgars aus den "Enigma-Variationen". Ein effektvolles, umjubeltes Finale des diesjährigen, künstlerisch erfolgreichen Grafenegg Festivals.

Nicht nur in künstlerischer Hinsicht war das Musikfestival Grafenegg ein voller Erfolg. So durfte sich Intendant Rudolf Buchbinder bei der inzwischen elften Ausgabe auch über einen neuen Besucherrekord freuen. Mehr als 50.000 Besucher kamen zu den Hauptkonzerten, Matineen, Preludes und Einführungsvorträgen. Fast alle Konzerte waren ausverkauft. Das Programm für das Festival 2018 wird Anfang November präsentiert.

(kurier)

Einen neuen Kommentar hinzufügen

( Abmelden )
Antworten folgen
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?
    © 2017 kurier.at Hosted & Connected by