Anna Badora sagt erneut eine Uraufführung ab

Sagte neuerlich eine Uraufführung ab: Volkstheater-Direktorin Anna Badora
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER

Volkstheater Wien: Heute hätte die Revue "Keine Angst" Premiere haben sollen. Die Angst war wohl zu groß.

17.02.2017, 15:01

Die Premierenabsagen von Anna Badora wachsen sich zur Serie aus: Im Februar 2016 gab die Direktorin des Volkstheaters bekannt, auf die Uraufführung von Ibrahim Amirs "Homohalal" zu verzichten – und stattdessen "Brooklyn Memoiren" zu spielen. Wenig später wurde die Uraufführung von "Mugshots" aus dem Programm genommen und durch "Halbe Wahrheiten" ersetzt; Autor Thomas Glavinic durfte dann selbst sein Stück im Volx/Margarten aus der Taufe heben. Und am Donnerstag wurde die Uraufführung von "Keine Angst. Eine Heimgartenrevue" erstaunlich kurzfristig abgesagt. Sie hätte heute, Freitag, in der Nebenspielstätte über die Bühne gehen und danach durch die Außenbezirke touren sollen.

Die Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof in der Regie von Mastermind Ed. Hauswirth werde nun im März in Graz uraufgeführt – und erst danach in Wien zu sehen sein, allerdings nur im Volx/Margareten (und nicht in den Bezirken). Das Pressebüro gab sich wortkarg: Es sei vereinbart worden, "über die Gründe nichts Näheres bekanntzugeben". Dramaturg Roland Koberg bemühte eine Metapher aus dem Fußball: "Gespräche in der Kabine sollen in der Kabine bleiben."

Ist die Produktion nicht rechtzeitig fertig geworden, wie man sich als offiziellen Grund überlegt haben soll? Beteiligte widersprechen entrüstet. Es sei eher so, dass Badora alles andere als "Keine Angst" gehabt habe. Denn die Revue beschäftigt sich mit den Sorgen des kleinen Mannes. Dieser will allerdings keine Problemstücke – und könnte erbost sein Abonnement für das Volkstheater in den Bezirken zurücklegen.

Bereits im letzten Jahr gab es wilde Proteste gegen den wenig unterhaltsamen Spielplan. Ein weiterer Besucherrückgang wäre für Badora wohl kaum zu verkraften.

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