Semmering: Wieder Finanz-Razzia im Grandhotel Panhans

Razzia auf der Baustelle des Grandhotel Panhans
Foto: KURIER/Patrick Wammerl

Bereits zweiter grober Fall von Schwarzarbeit sowie Lohn- und Sozialdumping.

07.12.2017, 19:00

Zuerst der Krimi um die still stehenden Bergbahnen und nun die zweite Finanz-Razzia binnen weniger Wochen. Die ukrainische Panhans-Holding-Group am Semmering kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem bei einer Aktion scharf von der Finanz- und Fremdenpolizei am 6. Oktober 17 illegale Schwarzarbeiter auf der Baustelle des Grandhotel Panhans festgenommen wurden, ist es Donnerstagnachmittag zu einer erneuten Razzia gekommen.

Flucht in den Wald

Weil bei der Kontrolle im Oktober mindestens zehn Bauarbeiter in den nahen Wald flüchten konnten, hat die Behörde dieses Mal vorgesorgt. Das Grandhotel wurde von 20 Polizeibeamten umstellt, während 21 Finanzpolizisten und drei Mitarbeiter des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) die Razzia im Haus durchführten. Laut dem Sprecher des Finanzministeriums, Johannes Pasquali, handelt es sich erneut um einen erfolgreichen Schlag gegen Sozialbetrug, Schwarzarbeit, Lohn- und Sozialdumping beziehungsweise Dokumentenfälschung.

Auf der Baustelle des Grandhotels wurden 36 Arbeiter von vier verschiedenen Firmen angetroffen. Bei einem Betrieb dürfte es sich um eine ausländische Scheinfirma handeln. Fünf Personen wurden wegen gefälschter Dokumente an Ort und Stelle festgenommen. Es handelt sich um vier Moldawier und einen Ukrainer ohne Aufenthaltsbewilligung.

Alle anderen Arbeiter waren mit maximal 20 Stunden von den jeweiligen Firmen angemeldet, was ebenfalls auf Schwarzarbeit schließen lässt, so die Behörde. "Der Umfang der Beanstandungen ist erschreckend, vor allem weil es sich um eine Wiederholungstat handelt. Die Kontrolle ist dank der guten Zusammenarbeit aller Kräfte toll verlaufen", sagt Pasquali.

Was die Liftbetriebe betrifft, dürfte der Panhans-Holding-Group weiteres Ungemach drohen. Das Finanzamt hat Hinweise bekommen, wonach das Zugangs- und Kassensystem der Bergbahnen nicht den Vorgaben der seit April in Kraft getretenen Registrierkassenverordnung entspricht.

Die Bergbahnen haben zwar eine Bestätigung für die in Auftrag gegebene Umrüstung, durchgeführt wurde die aber anscheinend nicht.

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